Verborgener Schmerz, den man im Alltag nicht merkt

Ein Lehrer aus Bayern nach den Großen Ferien: “Am Ende eines langen ersten Schultages war ein Konferenz-Marathon gestern. Es ist nicht mehr viel Zeit, die nötigen Vorarbeiten zu erledigen, damit an unserer Schule so ein P-Seminar verwirklicht werden könnte. Ich denke, es würden sich leicht genügend Schüler dafür finden, nachdem so viele begeistert aus Taizé zurückgekehrt sind und ihren Freunden diese Begeisterung weitergeben werden. Wir sind gut und heil hier angekommen; viele Abschiedstränen sind geflossen, aber schon am Montag hat sich ein Großteil der Gruppe wieder getroffen, um sich fit zu machen für ein Projekt. Im Bus auf der Rückfahrt hat jemand dazu eingeladen. Gut, dass es so ganz einfache praktische Umsetzungen geben kann. Mich hat bei diesem Aufenthalt in Taizé besonders bewegt, wie verbreitet es bei unseren Jugendlichen verborgenen Schmerz gibt, den man ihnen im Alltag nicht anmerkt. In den Gebeten, v.a. am Freitag und Samstag, kam viel davon hoch. So viele sind beispielsweise Kinder aus gescheiterten Beziehungen und verdrängen normalerweise die damit verbundenen Verletzungen und Lasten. So viele leiden unter belastenden Situationen in ihrer Klasse. Ein Mädchen hat davon erzählt, wie auf ihrer Familie die Krebserkrankung ihrer Mutter lastet und dass vieles an ihr hängen bleibt, weil sonst niemand tagsüber zuhause ist. Aber nicht nur der Schmerz hatte seinen Raum: durch die große Offenheit untereinander konnten sich die Jugendlichen auch gegenseitig Nähe und Trost geben – eine ganz seltene Erfahrung in der sonst so harten Alltagswelt. Wir hoffen, dass etwas davon weitergeht und sich so etwas entwickelt wie ein gegenseitiges Sich-Tragen aus der Erfahrung der bedingungslosen Liebe Gottes.”