Und was war seit 2007 bisher in Taizé und auf dem “Pilgerweg” so alles los?
Erst mal ein Blick über den Rhein:
Über Reformationstag/Allerheiligen 2007 kamen Tausende Franzosen. Einer von ihnen ist Foucauld. Er studiert, will später im audiovisuellen Bereich arbeiten und ist mit einer grossen Gruppe aus Lille gekommen: “In Taizé hat man den Eindruck, alle schon zu kennen, ohne jemals irgend einen vorher getroffen zu haben”, erzählt er der örtlichen Tageszeitung. “Das Schlüsselwort ist Vertrauen. Ich war sehr enttäuscht durch einen Teil der Kirche, weil ich den Eindruck hatte, dass sie Werte als ihren Besitz ansieht, die eigentlich allen Menschen gehören. Das hat mich weit von der Kirche entfernt. In Taizé ermöglicht der Glaube, wie er hier im Alltag gelebt wird, die wesentlichen Werte der Kirche wieder zu finden und selbst zu leben: Gastfreundschaft für alle, sich dem anderen öffnen und mit ihm reden, Brüderlichkeit und Toleranz. Und das ist heutzutage ungeheuer nötig.” Und noch eine Stimme einer Deutschen, die vor kurzem in Taizé war und danach hier auf diesen Seiten: “Hallo, bin das erste mal auf dieser Seite gelandet und total ergriffen. Ich war letzte Woche in Taizé und für mich ist es immer wieder wie nachhause kommen, ich merke dieses Kribbeln im Bauch schon am Morgen der Abfahrt und es wird immer schlimmer um so näher ich diesem Ort komme. Für mich ist Taizé Gottes Ort auf Erden. Und es motiviert mich neben vielen persönlichen Dingen immer auch wieder für meine Jugendarbeit und meinen Beruf zuhause. Noch ein Satz zu den Jugendlichen: Ihr seit klasse – und nur durch euch lebt Taizé so wie es ist! Danke für eure Freude.”
“Ostern im Schnee…”
hat den Deutschen, die in bitterer Kälte am Ostermontag ankamen nicht viel ausgemacht. In den Schlafsälen, die überhaupt nicht ausreichten, rückten sie zusammen und die Stimmung war ausgezeichnet. Aus allen deutschen Bundesländern waren in den Wochen um Ostern weit über 5000 Leute in Taizé. Und dann noch die Österreicher und die Südtiroler… Wer’s nicht miterlebt hat, dem kann man’s kaum beschreiben.
Bis nach Pfingsten waren noch mal so viele hier, und dazu noch Franzosen, Russen, Niederländer, Italiener usw. und die Kirche war voller Gesang (!)
Nach den Osterferien kamen Gruppen aus Schulen auf Projektfahrten und mit Zivis, auch eine aus Stuttgart, auch mit einem, der zur Zeit seinen Wehrdienst ableistet. Wer in der Schulzeit nach Taizé fahren kann, hat dann auch eine besondere Verantwortung, zu Hause das Schulklima mitzuprägen und sich anderweitig zu engagieren, meinen Schülerinnen und Schüler. In den letzen Wochen waren u. a. allein aus Bayern da: Goethe-und Gymnasium Regensburg, Gymnasium Indersdorf, Gymnasium Königsbrunn, Gymnasien und Realschule Freising, (die Schulen, die über Christi Himmelfahr da waren, kann man gar nicht aufzählen) und: “Dieses Jahr kommt die Sophie-Scholl-Schule mit dem Arndt-Gymnasium aus Berlin mit etwa 65 jungen Menschen plus Begleiter. Die Schulen unterstützen diese Arbeit inzwischen sehr und gestatten uns zu fahren vom 5.-13.Juli 2008. Wir möchten gern wieder unsere eigenen Zelte mitbringen. Ein Teil der jungen Leute vom letzten Besuch, jetzt Oberstufenschüler sind wieder begeistert dabei und unterstützen uns auch bei der Vorbereitung und ebenso in Taizé.”
Im Februar waren u. a. Jugendliche aus Dresden in Taizé, die eine “Nacht der Lichter” beim EVA-Jugendfestival am Freitag vor Pfingsten in der Dresdener Kreuzkirche vorbereiteten, und, wie jedes Jahr (hier Bilder von 2007) rund hundert Jugendliche mit ihrem Jugendpfarrer aus der nordfranzösischen Diözese Cambrai – warum? Julien, 19 Jahre, meint: “Es ist leicht zu sagen: Ich fahre nach Taizé, weil man es nicht erzählen, sondern nur erleben kann. Wenn ich länger nachdenke – ich komme immer wieder, weil bei den Gebeten und Gesprächen ständig Jugendliche aus so vielen Nationen zusammen sind, und hier lernen wir uns so kennen, wie wir in unseren Ländern sind, und nicht wie wir oft nach außen hin erscheinen.”
