Geheimratskäse stärkt die Gastfreundschaft – Einfach jugendlich vorbildhaft.

Vier Jugendliche aus dem Bezirk Leoben waren beim Taize-Neujahrstreffen in Brüssel. Zwei Burschen erzählen von ihren Eindrücken.
Etwa 40.000 Jugendliche beschäftigten sich beim 31. Europäischen Neujahrsjugendtreffen der Taize-Gemeinschaft in Brüssel mit religiösen und gesellschaftlichen Fragen. Unter ihnen auch vier Jugendliche aus dem Bezirk Leoben: Barbara Zisler, Vera Schmidt, Markus Eder und Lukas Schmidt. Und dieses ökumenische Treffen, das zum besseren Verständnis von Katholiken, Protestanten und Orthodoxen beitragen soll, hat Lukas Schmidt (17), der die Forstschule in Bruck besucht und in St. Peter-Freienstein lebt, sowie Markus Eder (16), Schüler der HTL Zeltweg und wohnhaft in Trofaiach, stark beeindruckt.

Gastfreundlich. Auch das Leben in ihrer schwarzen Gastfamilie, in einem Armenviertel der belgischen Hauptstadt. “Obwohl es nur eine kleine Wohnung war, haben dort neben der Großfamilie außer uns noch drei Polinnen und drei Deutsche gewohnt. Wir haben auf Matratzen am Boden geschlafen. Aber diese Familie war unglaublich gastfreundlich, es war ganz einfach lustig, und sie hat sich auch über unsere Gastgeschenke – Mozart-Kugeln, Geheimratskäse und Zotter-Schokolade – gefreut”, erzählen Lukas und Markus.

Gemeinschaft. Aber nicht nur die Diskussionen, die in Form von Workshops beim Taize-Treffen geführt wurden, auch das Gemeinschaftsempfinden an sich und das Singen haben die beiden in ihren Bann gezogen. “Was uns besonders gefällt, ist die Offenheit der Menschen. Sie gehen auf einen zu und reden”, so Lukas und Markus. Beide waren auch schon im französischen Taize, und sie finden sich mit anderen Jugendlichen zweimal wöchentlich in der Trofaiacher Kirche zu einem Taize-Treffen ein, bei dem auch Pastoralassistent Helmut Konrad dabei ist, der den Jugendlichen auch den für sie wichtigen Zugang zur Taize-Gemeinschaft ermöglicht hat. “Das Neujahrstreffen in Brüssel hat uns zum Nachdenken angeregt. Über das Christentum, aber auch über das eigene Leben”, erklärt Lukas. Aber abgesehen vom Treffen hat den Jugendlichen auch die Reise etwas gebracht. “Wir konnten uns Brüssel anschauen und das Parlament. Das war schon interessant”, so die beiden, die wieder nach Taize fahren.
ANDREA SEEBACHER

Zu Unrecht (Ein Kommentar zu diesem Artikel, ebenfalls aus der Kleinen Zeitung)
Wenn man über die heutige Jugend spricht, dann geschieht dies oft in abwertender Form. Völlig zu Unrecht, denn immer wieder zeigt sich in vielen Gesprächen mit Jugendlichen des Bezirks, dass sie sehr wohl etwas am Kasten haben und ihr Interesse breit gefächert ist.

So auch bei den beiden Burschen, die beim Neujahrstreffen der Taize-Gemeinschaft in Brüssel waren und dort mit vielen anderen Jugendlichen aus ganz Europa und darüber hinaus über religiöse und gesellschaftliche Fragen diskutierten.

Eine Bereicherung, wie die beiden Jugendlichen betonen. Aber diese will mal erarbeitet sein, denn schließlich steckt dahinter auch einiges an persönlichem Einsatz. Einfach jugendlich vorbildhaft.

Quelle: Kleine Zeitung Steiermark
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/leoben/leoben/1715323/index.do