In den Straßen von Berlin
Bernhard war auf dem Kirchentag in Berlin bei der “Nacht der Lichter”, allerdings nicht im Tempodrom, sondern davor:
“Eine Gruppe evangelischer und katholischer Jugendlicher aus Lappersdorf bei Regensburg waren in Berlin am ökumenischen Kirchentag. Und bei so vielen verschiedenen Veranstaltungen haben auch alle viele verschiedene Eindrücke mit nach Hause genommen.
Aber vor allem für die Jugendlichen, die schon einmal in Taizé waren, war die Nacht der Lichter am Freitag abend ein Highlight. Wir waren auch unter denen, die „erst“ eine halbe Stunde vor Beginn da waren und deswegen auf der Strasse sitzen mussten. Der anfängliche Ärger drüber war schnell verflogen, und es wurde sogar ein besonderes Erlebnis, sich einfach mitten in Berlin auf die Strasse zu setzen und zu singen, zu schweigen und zu beten. Besonders waren auch die eine oder andere Randerscheinung, die die Brüder von Taizé gar nicht sehen konnten, weil sie ja während des Gebetes im Tempodrom waren.
So zum Beispiel einen Geschäftsmann mit seinem Aktenkoffer, der vielleicht gerade aus seinem Büro kam und jetzt mit seinem Auto nach Hause fahren wollte. Aber um dieses Auto, wie um all die anderen am Strassenrand geparkten Autos, saßen ja hunderte Menschen, die beteten. Jetzt blieb ihm nichts anderes übrig, als sich an sein Auto zu lehnen, die Arme zu verschränken und mit einem grimmigen Blick in die Masse zu sehen, die ihm den Weg versperrte. Er sah also, was die Masse da so machte, und das interessierte ihn scheinbar nach und nach immer mehr. Seine Gesichtszüge entspannten sich im Lauf der Zeit sichtlich, ja er beugte sich dann sogar nach unten, um in das Liedblatt seines Vordermannes sehen zu können und sang dann auch tatsächlich mit, betete mit und schwieg mit… 
Mehr derartige Beobachtungen konnte man auch bei anderen Passanten machen, die wohl einfach nur von A nach B wollten. Wie gesagt, die Nacht der Lichter war im wahrsten Sinne des Wortes ein ‘Highlight’, gerade auf der Strasse
Wir kommen heuer in der letzten Augustwoche nach Taizé
”
Zum Kirchentag kam auch Isabella aus Göttingen. Sie schrieb vorher:
“Ich war im März in Taizé und habe ein Video für die KHG mitgenommen. Mir hat diese eine Woche so viel gebracht, ich habe neue Kraft und viel mehr Vertrauen in meinen Glauben gefunden – und Taizé war das, was es ermöglicht hat. Ich habe auf so eine tolle Art und Weise die Anwesenheit Gottes spüren können – und ich bin einfach glücklich, dass ich es erleben durfte. Jetzt versuche ich, das ganze in meinen Alltag mitzunehmen – Taizé als Quelle zu sehen – und ein Stück weit habe ich das glaube ich auch geschafft. Danke dafür, dass es Taizé gibt, dass es Gemeinschaft, Glaube und Liebe in einer Art und Weise vereinbart, wie es sonst selten geschafft wird – und dass es einem einen neuen Horizont eröffnet.
Mit dem Video habe ich schon eine ‘gute Tat’ begangen – ich habe mit meinem ehemaligen Religionslehrer gesprochen, und ihm von den Schulfahrten nach Taizé erzählt und von dem Video… das ganze hat dazu geführt, dass ich in einer Schulstunde in einem seiner Kurse über Taizé erzählt habe, wir gemeinsam das Video geschaut haben – und wahrscheinlich bald eine Fahrt meiner alten Schule nach Taizé stattfinden wird. Ich glaube, ich konnte wirklich einige Leute für Taizé interessieren, und das freut mich, denn dann können auch sie Taizé einmal er-leben.
Ich würde gerne beim Kirchentag in Berlin in irgendeiner Weise mithelfen – ich bin die ganze Zeit da – habe bis jetzt auch keine konkreten Termine und es würde mich freuen, wenn ich bei den anfallenden Arbeiten mitmachen kann!”
