Beim Hören einer CD

m Hintergrund horche ich gerade eine CD von Taizé und ich fühle mich ein bißchen in der Stimmung von letzter Woche. Ich habe den Aufenthalt in Taizé wirklich genossen, endlich wieder einmal Mensch sein können, nicht irgendeine Matrikelnummer. Heuer hatte ich ihn besonders nötig und ich habe wieder einmal die Wunden vor Gott hingetragen und sie von ihm verarzten lassen. Sie sind beim Heilen, aber noch nicht völlig verheilt. Aber ich konnte in Taizé sehr viel Kraft und Mut wieder tanken, jeder Aufenthalt ist für mich anders, aber immer sehr schön. Auch habe ich mir einmal wieder in der Kirche von Taizé überlegt, was und wie ich mich verändert habe, seit ich zum letzten Mal dort war, und noch immer muß ich staunen. Irgendwie verändere ich mich jedesmal ein bißchen, gehe einen Teil von meinem Weg weiter oder werde mir bewußt, welche Richtung ich gehen möchte. 

Also, ich bin Gott sehr dankbar, daß ich diesen Ort gefunden habe, denn ohne ihn würde es nicht so gut für mich ausschauen. Ich empfinde diesen Ort, als Ort, wo man sich zurückziehen kann, Mensch sein kann, seine Sorgen und Ängste zeigen darf und gestärkt wieder zurückkehrt. Manchmal denke ich mir, daß ich eigentlich erst vor drei Jahren so richtig angefangen habe zu leben, denn vorher war ich verängstigt und irgendwie verschlossen, mir fehlte der Draht zu Gott, Gott war da, aber nicht lebendig in meinem Leben; jetzt aber ist er ein Teil von meinem Leben, er ist ein Freund, ein Vater, mit dem ich meine Freude und Sorgen teilen kann, er ist der, der für mich Zeit hat, wenn niemand Zeit hat, der auch noch da ist, in meiner Einsamkeit, der mich nicht bestraft, sondern das beste für mich will, der verzeihen kann und mir die Chance zu einem Neuanfang gibt, eigentlich ein schöner und beruhigender Gedanke.

Ingrid, Österreich


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