Aufbruch in ein Abenteuer
Wie jedes Jahr im September machten wir uns auch heuer wieder mit einer Gruppe von fünfzig jungen Menschen aus der Diözese Passau, auf den Weg nach Taizé. Für viele bedeutet diese Woche eine Zeit der Stille, des Gebets und zahlreicher Begegnungen mit Christen aus aller Welt.
Um den Übergang vom stressigen Alltag zum Ruhepol Taizé zu erleichtern, hat die Passauer Pfarrei St. Anton erstmals eine Taizé-Nacht gestaltet, an deren Anschluss sich die Teilnehmer auf die lange Reise machen sollten. Der Gemeindepfarrer lud ein zu einer gemeinsamen Nacht des Gebets, des Singens, des Miteinander und des Austausches.
Um 22 Uhr begann das Gebet in der wunderschön geschmückten und vom Kerzenlicht erleuchteten Kirche von St. Anton, mit Gesängen aus Taizé. Nach dem Abendgebet wurden alle zum gemeinsamen Tee eingeladen. Dabei konnte man sich in freudiger Erwartung auf die gemeinsame Fahrt über vergangene Taizé-Erfahrungen austauschen und zugleich mit neuen Teilnehmern die ersten Kontakte knüpfen. Anschließend wurde gemeinsam mit dem Pfarrer, der selbst schon oft in Taizé war, eine Mitternachtsmesse gefeiert, in der die Taizéfahrer auf die kommende Woche eingestimmt wurden.
Er verglich diese Fahrt auf dem Pilgerweg des Vertrauens mit einem Abenteuer, einem Aufbruch ins Unbekannte, ähnlich dem des Volkes Israel aus der Knechtschaft in Ägypten. Dieser eröffne einem viele Chancen. So könne man vor dem Aufbruch vieles zurücklassen, wie auch die Israeliten nur das Nötigste mitnehmen konnten. Aber man werde für dieses Wagnis auch reichlich mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen belohnt. Für viele von uns ist diese Zeit wie eine Insel des Glaubens, auf der man wieder Kraft schöpfen und seine Orientierung im Leben neu bestimmen kann.
Die Mitternachtsmesse endete wieder mit den eingängigen Klängen aus Taizé. Der Pfarrer lud nun die jungen Gläubigen zu später Stunde ein, sich ganz Gott und seiner Obhut anzuvertrauen, um gemäß der Tradition des Tempelschlafes sich seinen Träumen hinzugeben. So nutzten die Taizéfahrer die restlichen zwei Stunden vor ihrer Abfahrt, um in ihren Schlafsäcken auf den Kirchenbänken und mit Taizéklängen im Ohr wenigstens noch ein bißchen Schlaf zu finden.
Um vier Uhr morgens wurden die wir Jugendlichen wieder geweckt und feierten gemeinsam ein Morgengebet. Danach bot die Pfarrei St. Anton noch eine letzte Stärkung an, bevor fünfzig junge Christen in freudiger Erwartung den Bus bestiegen, um nach Taizé aufzubrechen.
Peter, Hinterschmiding bei Passau
