„Eigentlich muß ja doch was dran sein…“
Ich habe gerade mein dreizehnwöchiges Schulpraktikum an einem Gymnasium in Baden-Württemberg gemacht, wo ich von einigen Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13 gebeten wurde, im Religionsunterricht etwas über Taizé zu erzählen. Also habe ich diesem Kurs (von dem nur ein paar Leute schon etwas über Taizé gehört hatten), zunächst die Empfangszettel ausgeteilt, und, wie in Taizé, den Empfang gehalten. Nachdem die Schüler dazu Fragen stellen konnten, habe ich die Entstehung, Lage und Idee von Taizé erzählt und einige Folien mit typischen Bildern gezeigt. (Postkarten von Gebeten, Essensschlange etc.) Im Anschluß daran haben wir uns einige Lieder angehört (für ein richtiges Gebet fehlte leider die Zeit).
Am Schluß der Stunde gab ich den Schülern die Gelegenheit meine eigenen Fotoalben anzusehen und Fragen zu stellen. Ich war erstaunt, wie viele interessierte Rückfragen von den Schülern, auch von denen, die normalerweise nicht sonderlich interessiert an Religion waren, kamen. Ein Schüler, der, immer wieder betonte, ein „totaler Atheist“ zu sein, meinte sehr ernsthaft: Eigentlich muß ja doch was an Religion dran sein, wenn so viele Menschen aus aller Welt nur deswegen in ein winziges französisches Dörfchen kommen.“
Meine anfängliche Befürchtung, daß ich mit dieser Stunde nur einige Interessierte ansprechen würde, während die anderen bei einer Stunde ohne Abi-Stoff abschalten, hat sich also sehr schnell gelegt. Viele dieser Schüler haben mich sogar sofort um Anmeldefomulare gebeten.
Eigentlich sollte es bei dieser einen Stunde bleiben, aber bald darauf baten mich auch Schüler anderer Klassenstufen um eine Stunde über Taizé. Hier habe ich zu meinem Erstaunen festgestellt, daß es sehr viel einfacher war, die Schüler von Taizé zu begeistern als ihren Religionslehrern deutlich zu machen, um was es überhaupt geht. Der „beste“ Kommentar den ich von einem kath. Religionslehrer gehört habe, war: „Ja, Sie können meiner Klasse gerne über Taizé erzählen, aber erst im nächsten Halbjahr, da kommen wir zum Thema Buddhismus.“
Aber insgesamt haben mir diese Taizé-Stunden riesigen Spaß gemacht, und ich denke, ich habe einige Jugendliche, die vorher nichts über Taizé wußten, davon begeistert. Leider dürfte ich als Praktikantin keine gemeinsame Fahrt anbieten, aber ich denke, angeregt zu einer privaten Fahrt habe ich viele.
Eva
