Was Taizé von einem Touristencamp unterscheidet

Sonne, ein großer See, langhaarige Jungs in Chucks und Mädels in kurzen Röcken… das klingt nach Urlaub  Question Mark Question Mark Question Mark … Fast, denn es gibt so einiges, das den kleinen Ort Taizé in Frankreich von einem Touristencamp unterscheidet Attention

Als wir zehn den Hügel nach Taizé hinaufrollten, wussten wir noch nicht viel von dem, was uns erwarten würde. Jeden Tag beim Arbeiten helfen, in Baracken wohnen und vor allem, drei mal täglich in die Kirche gehen Question Mark Wer soll das denn aushalten Question Mark Wir waren uns also absolut nicht sicher, was uns erwarten würde, die Sonne Frankreichs war für uns wahrscheinlich der erste Grund gewesen, uns für die Fahrt nach Taizé zu entscheiden…

Aber Tatsache ist, dass es der Wahnsinn war Attention Attention Attention Tausende von Jugendlichen von überall her, aus Spanien, Chile, Indien, Schweden und der Schweiz treffen hier zusammen, und was passiert, ist phänomenal: Das ganze Camp organisiert sich von den Jugendlichen, die hier leben, jeder hilft und arbeitet mit, und somit muss man sich ja verständigen. Da kann es schon vorkommen, dass man sich mit zwei Chinesinnen aus Paris beim Barackenputzen wiederfindet, und man hat sich grad so schön an das gebrochene Französisch gewöhnt, dann kommt da schon dein „Chief“, ein Südkoreaner, und du sollst ihm irgendwie erklären, dass ihr gleich mit den Baracken fertig seid…

Faszinierend ist auch die Sache mit der „Kirche“. Drei mal täglich Question Mark Doch das geht Attention In Taizé macht man das freiwillig und echt gerne. Alle sitzen/ knien/ stehen (wie man Lust hat) in einer riesigen Kirche, die eine wahnsinnig schöne Ausstrahlung hat, und es wird nur gesungen, bis auf eine Schweigephase, an die sich wirklich jeder hält und die deshalb echt Gänsehaut machen kann. Plötzlich sind da keine streng-sturen Gottesdienstregeln mehr, sondern einfach eine tolle Zeit um mit anderen zusammen in den verschiedensten Sprachen zu singen und zur Ruhe zu kommen… Es ist völlig egal welcher Konfession man angehört, jeder ist willkommen und feiert mit.

Auch die Frères in Taizé sind eine ökumenische Gemeinschaft, und einer von ihnen ist Frère Roger, mit dem alles in Taizé begonnen hat. Er kam nach den Wirren des zweiten Weltkrieges nach Taizé, um Flüchtlingen zu helfen und sie aufzunehmen. Bald schlossen sich ihm Brüder an, die mit ihm das Leben für andere teilen wollten. Fasziniert von dieser Tatsache kamen bald die ersten Jugendlichen nach Taizé, und jedes Jahr werden es mehr, die mit Frère Roger und seiner Communauté Glauben und Gemeinschaft einmal ganz neu und ungebunden erfahren wollen. 

Wir haben selbst mit einem deutschen Frère gesprochen und konnten bei ihm nichts von der staubig trockenen, altbackenen Kirche finden, er war echt sympathisch und aufgeschlossen; genauso hat uns Frère Roger mit seinem so glücklich-zufriedenen Gesichtsausdruck beeindruckt, der trotz seines hohen Alters eine wahnsinnige Ausstrahlung hat.

Man zahlt 7 Euro pro Tag, um in Taizé zu leben, und deshalb muss wirklich jeder mithelfen, damit alles funktioniert. Und das alles macht nicht nur Spaß, nein, es macht echt glücklich, und da nimmt man das sehr einfache Leben in Taizé gern in Kauf… am schönsten ist es, die Gemeinschaft unter über 5000 Jugendlichen zu erleben.

Taizé ist ein Phänomen, das nicht wirklich in Worte zu fassen ist, man muss es erleben! Wir bedanken uns bei unseren Lehrerinnen, die uns diese besonderen Erfahrungen und Bekanntschaften ermöglichten und uns ohne große Vorinformationen in ein Abenteuer schickten Attention

Anna und Verena, Johann-Michael-Sailer Gymnasium/ Dillingen


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