Taizé ist mehr!

Zunächst Eindrücke von einigen Jüngeren, die zum ersten Mal in Taizé waren:

Mein erster Gedanke in Taizé war: „Da musst du nächstes Jahr unbedingt wieder hin“ Attention Es hat mich alles so begeistert: das Essen, die Gottesdienste, die Gruppentreffen …

Ich finde es einfach genial, dass ein paar tausend Menschen an einem Ort leben können und es nie Unruhen gibt, sondern jeder den anderen gegenüber freundlich, hilfsbereit, aufgeschlossen usw. ist Attention Man hat irgendwie keine Hemmungen mehr, Menschen (auch aus anderen Ländern) anzusprechen. Jetzt zu Hause fallen einem diese fehlenden Kleinigkeiten wie z.B. nur ein freundliches Lächeln, ein kurzer Gruß, einfach mal eine zupackende Hand und vor allem der Respekt und die Toleranz anderen gegenüber auf.

Ich will wieder nach Taizé Attention

Theresa, 15

In Taizé lernt man schnell und vor allem viele neue Leute kennen. Das Interessante daran ist, dass die meisten aus anderen Ländern und von anderen Kontinenten kommen. Ich habe dort eine riesige Gemeinschaft erlebt; alle helfen einander und sind tierisch freundlich. Die Gottesdienste sind so super gemacht, dass man wirklich gerne hingeht, selbst wenn man nicht an Gott und Jesus glaubt. Sie haben was Meditatives an sich, das find’ ich sehr positiv Attention

Taizé ist so eine Art kleines Wunder, gerade weil alles so gut funktioniert und harmonisch abläuft, was man sich eigentlich bei so vielen Menschen, die da aufeinander treffen, kaum vorstellen kann.
Ich finde, man muss einfach einmal selber hinfahren, da man Taizé nicht wirklich gut beschreiben kann.

Alena, 15

Der Aufenthalt in Taizé war für mich: erholsam / relaxed, aufregend, besinnlich, zu heiß, wunderschön … Mir hat der Aufenthalt in Taizé viel gebracht. Ich konnte mich auf mich selbst besinnen und zur Ruhe kommen. Was toll ist, dass man dort so viele Kontakte knüpfen kann, obwohl man nicht aus demselben Land ist. Über Taizé lag irgendein Geist, der uns zusammenhalten ließ und wir so eine große Gemeinde und nicht ein großer Haufen Jugendlicher waren. Gegen Taizé erscheint die katholische Kirche prüde und langweilig. Gerade deswegen ist es für uns junge Leute ganz wichtig, einen anderen Weg zu Gott zu finden. Das hört sich jetzt total altmodisch an, aber ich hätte nicht gedacht, dass (von außen) so coole Leute ein Gebet sprechen würden. Freiwillig und selber formuliert. Jeder kann dort seinen eigenen Weg finden und das finde ich eben so toll Attention 

Dorothea, 16

 

Alle machten sich diesmal am letzten Nachmittag Gedanken zu je einem von fünf Themen (zur Nachahmung empfohlen)

  1. Muße und Musen in Taizé
  2. Als ich in Taizé Europa/ die Welt einmal mit den Augen von (..NAME..) aus (..LAND..) sah
  3. Taizé und meine Freizeit zuhause
  4. Ein Satz/ eine Geschichte, der/ die mir während meiner Woche in Taizé hängen geblieben ist: Welcher? Warum? Wozu?
  5. Eigengewähltes Thema

1. Muße und Musen in Taizé

Die Muße bzw. die Inspiration, die Taizé zu dem machen, was es ist und von der wahrscheinlich jeder, der schon mal dort war, profitiert, lässt sich wohl kaum vollständig eingrenzen. Was mir aber zuerst einfällt, sind zum einen die Menschen, die einem so freundlich und voller Interesse entgegenkommen, dass sie einem das Gefühl geben, man würde sie schon ewig kennen. Man findet wohl kaum einen Ort, an dem so menschlich miteinander umgegangen wird. 

Zum Anderen aber das einfach Leben in Taizé. Man schläft unter freiem Himmel, in Zelten oder Baracken, trinkt aus Schalen und ernährt sich nur vom Nötigsten. Trotzdem würde keiner auf die Idee kommen, sich darüber zu beklagen. Es ist nicht der Komfort, der das Leben hier schöner machen würde. Es ist das Einfache, das es umso schöner macht zu leben und umso leichter die Zeit zu genießen.

Lisa

2. Als ich in Taizé Europa/ die Welt einmal mit den Augen von (..NAME..) aus (..LAND..) sah

Ich denke an Rolf aus Holland: Es war interessant, das Denken eines Atheisten in Beziehung mit Gott zu erfahren. Obwohl er aus einer Familie stammt, in der beide Elternteile aus der Kirche ausgetreten sind und damit dem Jungen keine religiöse Erziehung zu Gute kam, ist er schon zum fünften Mal in Taizé – und das aus Überzeugung Attention

Auch wenn er nicht an Gott glaubt, ist er dennoch religiös; denn in Gesprächen mit ihm wird deutlich, dass er sich mit existenziellen Fragen, wie z.B. dem Sinn des Lebens, auseinandersetzt. Aus meiner Sicht fängt genau an diesem Punkt das „Religiös-Sein“ an. Setzt man sich nämlich mit seinem Leben auseinander, so beschäftigt man sich mit eben den Themen, die einen religiösen Menschen zu dem machen, was er ist.

3. Taizé und meine Freizeit zuhause

In Taizé habe ich gelernt, was Ruhe und Stille wirklich bedeutet. Diese eine Woche hat mir sehr gut getan. Ich bin endlich von dem ganzen Alltagstrubel weggekommen und konnte über vieles nachdenken, wozu man zuhause nicht die Gelegenheit hat. Ich denke, ich werde nun versuchen, meine Freizeit zuhause ruhiger und gelassener zu gestalten. Früher war mein Terminkalender immer sehr voll, was oft zu Hektik und Stress geführt hat. Auch wenn es wahrscheinlich nicht immer klappen wird, will ich mir jeden Tag ein paar freie Minuten einplanen, in denen ich dann über alles nachdenken kann oder werde einfach nur ein „Taizélied“ singen. Denn das Singen in Taizé habe ich sehr genossen und werde immer wieder daran zurückdenken.

Klara

Ich finde, in Taizé hat man viel Gemeinsamkeit und Zusammenhalt gespürt. Man konnte aber genauso gut einmal über sich und sein Leben nachdenken (vor allem in der Kirche). Die Gesprächsgruppen ermöglichten mir viel Kontakt mit fremden Nationen, ihren Bräuchen und Sitten. In Deutschland gibt es zwar auch Jugendgruppen, aber ich finde, dort erfährt man nicht soviel Zusammenhalt (zumindest nicht nach so einer kurzen Zeit). Vielleicht sollte ich jetzt zuhause auch mal versuchen, einmal eine halbe Stunde Ruhe für mich zu finden.
Was ich an Taizé am Schönsten gefunden habe:
Am allerbesten hat mir die Kirche gefallen, v.a. das Singen und die Ruhe, eine Art Meditation. Aber die Gesprächsgruppen waren natürlich auch sehr gut. Eigentlich hat mir hier ziemlich alles gefallen.

Maria

Taizé hat mir einige gedankliche Anstöße gegeben und mir ein Stück weit das Wirken des Heiligen Geistes in meinem Alltag gezeigt. Ich hoffe, dass ich davon etwas mit nach Hause mitnehmen kann. Ich war außerdem wirklich froh, endlich mal ganz einfach leben zu können, ohne mich darum kümmern zu müssen, was morgen sein wird. Ich hatte schon immer den Wunsch nach Einfachheit und ich hatte den ganzen Komfort daheim total über. Jetzt weiß ich, dass ich das einfache Leben wirklich mag und es nicht nur eine Traumvorstellung von mir ist. Nur frieren tue ich nachts trotzdem nicht so gern. Endlich habe ich auch einmal unter freiem Himmel schlafen können, das war auch schon lange ein Wunsch von mir. Man hat einfach sein können, und zwar außerhalb von geschlossenen Räumen. Ich war darüber hinaus vorher oft unzufrieden, weil ich das Gefühl hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort geboren zu sein. Jetzt aber begreife ich, dass ich da, wo ich vom Leben & Gott hingestellt werde, sein soll und dass ich genau dort, wo ich gerade bin, wirken kann und soll.

Ich hoffe, dass ich meine Erfahrungen, die ich in Taizé gesammelt habe, auch zuhause leben kann. Die Sommerferien bieten ja dazu eine günstige Gelegenheit, wenn ich auch jetzt schon weiß, dass Stresszeiten auf mich zukommen werden, in denen ich für mich keine Zeit mehr habe. Auf jeden Fall war es gut, dass ich hier war. Der Aufenthalt in Taizé hat mir ein Stück weit die Augen geöffnet und meinen Blickwinkel erweitert.

Marina

4. Ein Satz/ eine Geschichte, der/ die mir während meiner Woche in Taizé hängen geblieben ist: Welcher? Warum? Wozu? 

„Urteile nie nach dem äußeren Schein Attention “

Ich habe hier in Taizé immer wieder die Erfahrung gemacht, dass der erste Eindruck oft trügt. Das trifft zum einen auf die Menschen als auch auf Taize selber zu. Es klingt jetzt vielleicht ein bisschen hochgestochen, aber man lernt hier wirklich, die „inneren Werte“ zu sehen.
Ich glaube, am meisten erstaunt war ich über einen Holländer, der aussah, als würde er sich für einen „besonders Coolen“ halten, und sich dann aber als jemand herausstellte, mit dem man wirklich gute Gespräche über das Leben und die Bibel (Attention) führen konnte.

Zu diesem Thema fallen mir noch ein, zwei ältere Herren ein, die extrem hässlich aussahen, und von denen mindestens einer geistig behindert war. Ich hatte auch vor Taizé nichts gegen Behinderte, aber eben gewisse Vorurteile. Die Situation war folgende: Ein paar Stuttgarter, Yeliz und ich standen beim Oyak und haben uns unterhalten, als die zwei kamen und sich zu uns stellten. Der eine hatte sehr schiefe Zähne und war anfangs kaum zu verstehen, der andere guckte immer so komisch. Wir waren ein bisschen genervt, aber als diese nicht locker ließen entwickelte sich ein interessantes und lustiges Gespräch. Das war für mich sehr überraschend und faszinierend.

Johanna

„Hi, where are you from Question Mark “

Dieser Satz ist zwar ein ganz gewöhnlicher, aber für mich war er trotzdem einer der schönsten in Taizé. Denn wenn man wollte, konnte man immer damit ein Gespräch anfangen und neue Leute kennen lernen. Ob beim Essen oder beim Oyak, die Leute waren immer total nett und offen, ganz egal, aus welchem Land sie waren.

„Versuche deinen Feind zu lieben Attention “

Warum Question Mark

Der Satz ist bei mir hängen geblieben, da er für mich absurd, unverständlich und nicht nachvollziehbar klang. Man hat seinen Grund, irgendwen zum Feind zu haben. Besser wäre der Satz: „Versuche deinen Feind zu tolerieren Attention “ Denn ist dein Feind nicht dein Freund, sobald du versuchst ihn zu lieben Question Mark Außerdem kann man keine „Liebe“ erzwingen. Es hat schon seinen Grund, gewisse Abneigungen und Antisymphatien gegen jemand zu haben. 

Wozu Question Mark Question Mark Question Mark

Ein Satz, der mir im Gedächtnis bleiben wird, wurde letztes Jahr von jemand gesagt, der auch eine Woche in Taizé war:

„Eine Woche Taizé ist wie drei Wochen ‚normaler Urlaub‘.“

Ich muss zugeben, dass das in gewisser Weise zutrifft, jedoch in einer bestimmten Hinsicht auch wieder nicht. Die äußerliche „Relaxedheit“ nämlich kann man sicherlich auch in weniger als drei Wochen in einem Urlaub bekommen, diese innerliche Ruhe jedoch und die Zeit über Gott, die Welt und sich nachzudenken, kriegt man sicherlich nirgendwo in einem „normalen“ Urlaub, auch nach drei Wochen nicht, geschenkt.
Eva

„Life is beautiful Attention “ 

Weil er richtig ist und Mut macht. Oft ist man in Situationen, in denen es einem nicht so gut geht, weil z.B. man sich mit einem Freund zerstritten hat. Dann ist es gut, daran zu erinnert zu werden, dass das Leben schön ist. Man kann dann leichter an Probleme herantreten und mit mehr Ruhe nach einer Lösung suchen. Außerdem ist man allgemein glücklicher, wenn man weiß, dass das Leben schön ist. Und egal wie schlecht es einem manchmal geht, es geht immer wieder aufwärts. Mit diesem Gedanken kann man wirklich sagen: „Life is Beautiful Attention

Sabine

„Liebe dein Leben.“

Dieser Satz kam des öfteren in dieser Woche in Taizé in unserer Gesprächsgruppe zum Thema. Egal, ob wir Problemauseinandersetzung oder Bewältigung ausdiskutierten. Mit dieser Grundeinstellung, denke ich, geht man schon ganz anders an Probleme an. Auch ich werde versuchen, des öfteren in verschiedenen Situationen daran zu denken. Dazu muss ich ergänzen, dass mein Vater unter MS (Multiple Sklerose) erkrankte (vor 12 Jahren) und damit gezwungener Maßen die Familie leidet, somit auch ich. In diesem Sinne liegt mir dieser Satz sehr am Herzen. Denn ich sollte trotz allem nicht mich selbst vergessen und mich auch auf mich und die schönen Sachen im Leben konzentrieren und diese genießen. Deswegen steht jetzt auch in meinem Tagebuch ganz groß: LIEBE DEIN LEBEN Attention Attention Attention

Antonia

„Ich bin religiös, glaube aber nicht an Gott.“

In Taizé werden Grenzen neu gesetzt und neue Perspektiven erkannt. Wer glaubt, dass in Taizé nur gottesfürchtige Menschen rumlaufen und ein Gebet nach dem anderen gesprochen wird, liegt falsch. Taizé ist mehr Attention Taizé ist das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Länder aus aller Welt an einem kleinen Fleck in Frankreich. Taizé ist über Grenzen erhaben, sowohl geographisch als auch religiös, und auf jeden Fall eine Erfahrung fürs Leben.

Nina

„Der Glaube ist das Nicht-Zweifeln an dem, was man nicht sieht Attention

Ich habe mir diesen Satz gemerkt, weil ich finde, dass das eine extrem gut passende Definition ist und ich mich mit diesem Thema intensiv befasst habe, weil ich nicht wirklich weiß, was oder woran ich glaube. Ich denke, dass man definitiv an etwas glaubt, man aber nicht immer genau weiß, an was. So ist es zumindest bei mir.

Da mir nicht wirklich ein bestimmter Satz im Gedächtnis hängen geblieben ist, bzw. so viele verschiedene Gedanken durch meinen Kopf wandern, möchte ich auf einen Liedtext zurückgreifen, welcher für mich immer Bestand hat:

„Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name. Bless the Lord, my soul, who leads me into life.“
Mit diesem Lied verbinde ich das Gefühl von Gemeinschaft, ein Gefühl der Geborgenheit. Ich habe versucht diese Gefühle, welche während der Gottesdienste mich erreicht haben, tief in mich aufzunehmen, um auch noch für daheim die Erinnerung zu bewahren und sie dort in einem anderen Umfeld wieder aufleben zu lassen. Ich denke, dass mir nach dieser Woche in Taizé die Möglichkeit gegeben ist, vielleicht auch normale Gottesdienste oder einfach Momente der Selbst-Besinnung wieder neu und stärker zu empfinden, da ich hier in der Ruhe von Taizé weiter zu mir selbst gefunden habe, was nicht zuletzt auf die meditativen Gesänge in der Kirche, wie oben genanntes Beispiel, zurückzuführen ist.
Verena

„If you love your life you live your love Attention “

Den Satz brachte Frère Maxime während der Woche des Öfteren an und es war auch die Schlussfolgerung, die er aus unserem Thema gezogen hat (Was für ein neues Leben bietet uns Jesus an Question Mark )
Für mich sind in diesem Satz alle wichtigen Aspekte des Lebens auf einen Punkt gebracht: wenn wir unser Leben lieben und so annehmen wie es ist, dann sind wir auch fähig, für andere da zu sein und sie zu akzeptieren…

Es soll mir als Ansporn dienen, auch in schweren Zeiten mein Leben anzunehmen wie es ist und mich daran erinnern, dass Glauben ganz einfach ist und einfach zu leben. Taizé hilft dabei, diesen Satz zu leben und so gut es geht auch im Alltag durchzuführen.

Life is beautiful Attention

Moni

„Glauben ist das Nicht-Zweifeln an dem, was man nicht sieht Attention “

Dieser Satz ist bei mir „hängen geblieben“, weil ich mich hier in Taizé damit beschäftigt habe, was Glauben für mich bedeutet. Als ich hierher gekommen bin, wusste ich das noch nicht so genau und in unserer Gesprächsgruppe kam die Frage schließlich auch auf. Ein Mädchen nannte dann die Definition und ich fand sie irgendwie total passend. Ich habe sie mir gemerkt, damit ich weiß, was ich sagen soll, wenn mich jemand fragt, an was ich glaube oder was Glaube für mich ist.

„If you love your life you live your love.“

Dieser Satz wird mir für alle Zeiten präsent bleiben, denn Liebe und Leben hängen für mich untrennbar zusammen, was durch den Satz ja auch ausgedrückt wird: Ohne Liebe kann kein Leben entstehen – Liebe ist auch lebensnotwendig – und wenn wir nicht lieben, dann leben wir nicht. Liebe ist wohl das stärkste und wichtigste Gefühl und wer dieses nicht empfinden kann, der ist „gefühlstot“. Und da der Mensch keine Maschine ist und Gefühle leben muss, ist man somit auch kein hundertprozentig lebendes Wesen. Andernfalls, d.h. wenn sich ein Mensch bemüht ein Gefühl zu unterdrücken oder es gar versucht abzutöten, dann geht auch ein Stück seiner Persönlichkeit verloren. Deshalb werde ich mir diese wichtige Phrase immer vor Augen halten, wenn ich in Versuchung komme, Gefühle der Einfachheit halber zu verdrängen, anstatt sie zu leben und die damit verbundenen Schmerzen auszuhalten. Für meine persönliche Entwicklung ist dies ein wichtiger Schritt, um nicht auf der Stelle zu treten, sondern mit kleinen Schritten voranzukommen.

Steffi

„If somebody is my friend, (he could do everything and) I’ll never end friendship Attention “

Dieser Satz ist für mich das Wichtigste, was ich in Taizé gelernt habe. Im ersten Moment dachte ich mir, derjenige (der den Satz geprägt hat) wurde noch nie so richtig enttäuscht. Doch als ich immer wieder darüber nachdachte, wurde der Satz von Mal zu Mal wahrer. Ist es nicht so, dass man Beziehungen (zu Freunden oder Partnern) oft nur aus Bequemlichkeit oder aus reinem Egoismus beendet Question Mark Muss immer alles so sein, wie ich es will oder für richtig halte Question Mark Beendet man solch wichtige Beziehungen nicht viel zu oft aus gekränkter Eitelkeit Question Mark Ein wahrer Freund ist immer da, wenn man ihn braucht, und wird so zu einem Teil von einem selbst. Und sich selbst aufzugeben bringt immer nur Enttäuschung, Traurigkeit und Hilflosigkeit.

Einen wahren Freund sollte man also nie zum Gegner werden lassen und die Ursachen für Enttäuschungen und Unzufriedenheit zuallererst bei sich selbst suchen. Danke an alle, die in schweren Stunden für mich da waren Attention

Freddy

Justice aus Kroatien sagte: „Niemand kann andere Menschen verstehen Attention “

Sie begründet den Satz damit, dass sich keiner in jemand anders hineinversetzen kann, und da jeder Mensch anders denkt, kann man ihn auch nicht verstehen. Anfangs habe ich ihr heftig widersprochen, da ich mich sehr wohl in andere Menschen hineinversetzten kann und mit demjenigen mitfühlen und ihn verstehen kann. Als wir über Abtreibung diskutierten, bewahrheitete sich der Satz. Ich konnte nicht verstehen, warum sie das Kind behalten würde, obwohl sie wüsste, dass sie ihm kein gutes Leben bieten könne.

Der Satz hat mich insofern zum Denken angeregt, da es mir vorher noch nie bewusst war, wie verschieden Menschen denken können. Bis jetzt dachte ich, immer alles nachvollziehen zu können. Ich finde, dass der Satz ziemlich hart ausgedrückt ist. Wenn jeder dieser Ansicht wäre, würde keiner mehr versuchen, den anderen zu verstehen. Jeder wäre seinen Problemen alleine ausgesetzt, jeder müsste auf sich selbst achten und in Egoismus und Einsamkeit verfallen.
Magdalena

„Life is beautiful Attention

Frère Maxime meinte zu uns, dass wir daran glauben sollen, dass das Leben schön ist; gerade dann, wenn es im Leben nicht so gut läuft, ist es meiner Meinung nach besonders wichtig, sich das in Erinnerung zu rufen.

Ich finde, wenn man in Taizé war/ ist, dann bekommt dieser Satz für viele Bereiche eine ganz neue Bedeutung, denn in Taizé werden auf einmal wieder ganz andere Dinge wichtig und bekommen wieder zentrale Bedeutung. Oft übersehen wir ganz „einfache“ Gesten, wie ein Lächeln oder ein freundliches Wort, im Alltag. Stress und Hektik nehmen eine viel zu zentrale Rolle ein. Die negativen Momente überwiegen und wir verlieren einfach die Freude am Leben. Oft sieht man sein Leben viel zu negativ und begreift gar nicht, was für ein Glück man eigentlich hat gesund zu sein, eine Familie zu haben, die einen liebt und Freunde, mit denen man seine Gedanken und Geheimnisse teilen kann. Ich möchte versuchen, mich einfach öfter einmal darauf zu besinnen und auch in Zeiten, in denen es mal nicht so gut läuft, mich nicht gehen lassen, sondern nach vorne zu schauen und mich über kleine Dinge des Alltags freuen. Ich hoffe, ich kann ein Teil dieses Gefühls der Geborgenheit, der Gemeinschaft, der Freude,…. mit nach Hause nehmen.
Das Leben kann schön sein, jeden Tag aufs Neue. Wir müssen nur daran glauben und dazu beitragen.

Während ich in Taizé war, habe ich beim Essen Robert aus München kennen gelernt. Wir verstehen uns total gut und haben oft über Gott, die Welt, Philosophie und die Menschen diskutiert. Einmal sagte er mir, dass, um ein erfülltes und schönes Leben zu führen, eines ganz wichtig ist:
„Die Angst vor dem Leben zu verlieren Attention “

Dieser Satz hat mir zu denken gegeben, denn wenn du nichts wagst, kannst du nichts gewinnen. Jemand, der schüchtern ist, der sich nicht traut, auf Dinge zuzugehen, wird nie erfahren, was es für schöne Sachen auf dieser Erde gibt. Wenn du die Angst vor dem Leben verloren hast, brauchst du eigentlich auch keine Angst mehr vor dem Tod zu haben. Denn dann ist dein Tod eine Abrundung von deinem Leben. Man kann die erlebten Dinge Revue passieren lassen und muss nicht das Gefühl haben, dass das eigene Leben sinnlos war. Natürlich trifft das nicht auf alle Leute zu. Ich kenne viele Menschen, die engagiert und sehr aktiv sind. Aber ich kenne eben auch die andere Sorte Mensch, die sich am liebsten in ihre vier Wände vergraben und nichts Neues kennen lernen, geschweige denn ausprobieren wollen. Ich will niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat, das muss man selber festlegen, aber ich finde, dass Ausprobieren immer noch die beste Methode ist. Nicht umsonst heißt es: „Lebe dein Leben Attention “

Dorothea

Die Geschichte von Frère Jean Marie über die „gelähmte Frau am Fenster“.

Es ging um eine Frau, die in New York (weil sie gelähmt war) die ganze Zeit am Fenster liegen musste, wobei das Fenster eine sehr große Rolle spielt. Sie hatte sich nicht wie „üblich“ in ihrer Wohnung verkrochen, sondern durch das Fenster Kontakt mit den Nachbarn aufgebaut und das finde ich total bewundernswert, da sie auch von ihrer Familie im Stich gelassen wurde, arbeitsunfähig war und trotzdem die Lebensfreude nicht verloren hatte. Obwohl in ihrem Viertel die Kriminalitätsrate sehr hoch war, brachte sie den Leuten sehr großes Vertrauen entgegen (schlief bei offenem Fenster) und wurde nicht enttäuscht.
Diese Geschichte hat mir sehr zu denken gegeben und da hab ich erst richtig gemerkt, dass man unter keinen Umständen die Lebensfreude verlieren darf und man trotz allem glücklich sein kann.

Yeliz

5. Eigengewähltes Thema

Christlicher Glaube und Realität in Taizé:

Trotz „innovativer Ideen“ und großer Bemühungen klafft in Taizé meiner Meinung nach der Anspruch nach einem christlichen bzw. religiös motivierten Jugendtreffen und der Wirklichkeit weit auseinander. Vielmehr stelle ich die Behauptung auf, dass es sich für einen bedeutenden Teil der Jugendlichen eher um ein Jugendtreffen handelt, bei dem das „Miteinander-Spaß-haben“ im Mittelpunkt steht. Diskussionsgruppen werden von diesem angesprochenen Teil weniger aus religiösen Gründen besucht, sondern eher, weil es sich um eine Möglichkeit handelt, über die „essenziellen Lebensfragen“ zu diskutieren. Der religiöse Bezug fehlt teilweise völlig.

Diese Problematik ist natürlich nicht auf die Allgemeinheit zu übertragen, ist aber – wenn auch nur für eine Minderheit gültig – bedenkenswert. Aber dennoch: Genau diese Verschiedenheit und Vielfalt an Meinungen und Einstellungen machen Taizé für mich zu dem, was es ist.

Schüler und Schülerinnen des ETA-Hoffmann-Gymnasium, Bamberg


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