Taize, ich komme wieder …

Taize,
Ein Ort der Ruhe, des Betens und Gesangs

Ich hatte mir nicht viele Gedanken darüber gemacht, was mich wohl in Taize erwarten wird. Viele Menschen hatten mir erzählt, dass man das, was dort mit einem passiert nicht in Worte fassen könnte. Trotzdem malte ich mir ein wenig aus was wohl auf mich zukommen würde. 

Als Ich in Taize ankam, war es anders als ich es mir vorgestellt hatte, aber doch so gleich. Anfangs schien mir alles so weltfremd, fernab von allen Sorgen und Ängsten, aber je länger ich dort war desto mehr fand ich das was der Mensch braucht. In Taize geht es nicht darum Gott zu finden und ihm näher zu kommen, nein, es geht nur um DICH ! Endlich konnte ich mir die Zeit nehmen die ich für mich brauchte und keiner konnte sie mir nehmen. In den Gesprächsgruppen fand ich Leute mit denen ich mich stundenlang unterhalten konnte. Ich muss zugeben, dass ich anfangs ein wenig überfordert war, als ich mich freiwillig als Gesprächsgruppenleiterin anbot. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass wir Jugendlichen uns allein organisieren, einen Bibeltext bekommen mit einigen Anregungen und somit uns selbstständig in ein Gespräch verwickeln sollen. Aber nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben wir es geschafft und uns dieser Herausforderung gestellt. Wir haben über Gott und uns gesprochen und wahnsinnig viel dazugelernt. Wir Jugendlichen hatten die Chance uns selbstständig zu entfalten und neue Erfahrungen zu sammeln. Wir haben uns aneinander die Hände gereicht und zusammen gefunden. Was mich persönlich am meisten geprägt hat waren die Gottesdienste. Ich habe es genossen auf dem Boden zu sitzen mich von dem Gesang mitreisen zu lassen. Ohne Anleitung harmonierten die Gesänge jedes einzelnen miteinander. Jeden Tag spürte ich immer mehr, wie ich nach und nach zu mir fand und ruhiger wurde. Das besondere daran ist, dass es jedem so ging. Man brauchte keine Angst haben etwas zu verpassen, wenn man länger in der Kirche blieb oder Zeit für sich brauchte, denn jeder war viel mit sich allein beschäftigt.

Meine Zeit in Taize’ sollte niemals enden, aber auf der anderen Seite kribbelten meine Finger und ich wollte meine Erfahrungen zu Hause umsetzen. Ich sah es als eine Herausforderung nicht wieder dem Stress und der Hektik zu verfallen, sondern mir öfter Zeit für mich zu nehmen. Irgendwie wollte ich es mir selbst beweisen, dass ich mich nicht schon wieder verlieren werde. Ich wollte mir die Zeit für eine ruhige Tasse Kaffe zu jeder Zeit nehmen… Ich denke gern an die Menschen zurück die ich dort kennen gelernt habe und wie viel Spaß wir miteinander hatten. Mir fehlen die Abende mit Gitarre und Gesangbuch.

Taize, ich komme wieder …

Lisa Stüve, Schöneck


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