Taizé, du bist einmalig

Wir (also meine Schwester und ich) aus Bonn waren im Oktober 2004 das erstemal in Taizé. Wir haben dort 7 unbeschreiblich schöne Tage des Friedens und der Ruhe verbracht.

Wie viele andere Jugendliche haben wir etwas ganz anderes erwartet, denn wir haben schon gehört, dass das Leben,die Unterkünfte und das Essen sehr einfach sein soll(en). Auch von Freunden gab es dann Kommentare wie: „Was wollt ihr denn im Kloster!“ oder „Ich geh lieber Party machen statt dreimal am Tag in den Gottesdienst!“

Als wir dann Samstag ankamen schien es, als wenn meine Befürchtungen sich bewahrheiten sollten. Es war am regnen, es war dunkel und ich konnte nicht viel von Taizé und seiner Umgebung erkennen.Dazu kam dann die Übergangsbaracke die wirklich sehr sehr einfach war (3 Hochbetten und eine kleine Heizung). Ich muss aber dazu noch sagen ich war sehr froh, nicht im Zelt schlafen zu müssen, und ein Bett ist ein Bett. Als ich dann aber das erstemal die Kirche betrat, war ich überwältigt. Diese Farben und die vielen Kerzen strahlten eine unheimliche Wärme aus. Eine Kirche mit soviel Charakter und Atmosphäre habe ich noch nie gesehen und ganz besonders schön empfand ich als die Kerzen entzündet wurden und der ganze Kirchenraum erstrahlte. Ich hab mich total geborgen gefühlt, und alle Bedenken waren vergessen. Von diesem Zeitpunkt an wusste ich, dass dies eine unvergessliche Woche werden würde.

Am nächsten Morgen mussten wir zunächst einmal Baracken putzen, was wir aber mit guter Laune und viel Elan schnell erledigt haben…. Leider regnete es den ganzen Tag somit habe ich mich immer ganz besonders auf die Gebete in der warmen und gemütlichen Kirche mit all den Jugendlichen gefreut.

Was mir auch sehr positiv schon am ersten Tag auffiel, war die Vielschichtigkeit der Charaktäre. Egal wie man gekleidet war oder sonstiges jeder ging offen aufeinander zu und akzeptierte den anderen. Ich habe so viele neue interessante Menschen kennengelernt, mit denen ich zum Teil wirklich schöne und ernste Gespräche geführt habe.

Das Essen war wirklich sehr einfach aber wie man sieht habe ich überlebt Smile Und ansonsten hatten wir auf Rat einiger Freunde hin auch ziemlich viel Proviant eingepackt Attention  Am Sonntag bekamen wir dann auch unsere endgültige Baracke zugeteilt, wir nannten unsere Straße „Die Westernstraße“, da sie aussah wir aus dem Wilden Westen. Ich bewohnte
ein Zimmer zusammen mit 5 weiteren Mädchen aus meiner Firmgruppe und 6 fremden Mädchen. Wir freundeten uns aber sehr schnell an und hatten viel Spaß die Woche über. 

Am Montag starteten dann die Kleingruppen der 15-16 jährigen. Ich kam zusammen mit meiner Schwester in eine Gruppe,unsere Gruppenleiterin hiess Gertrud und war Ordensschwester. Vormittags bekamen wir eine Bibeleinführung von einem der Brüder von Taizé, der das echt super gemacht hat es war nie langweilig und immer sehr lustig Attention Smile An einigen Tagen hatten wir auch sehr gute und tiefgründige Gespräche, die mich zum Nachdenken angeregt haben.Der Ort unserer Treffen wechselte ständig, einmal trafen wir uns auch an der stillen Quelle, ein Ort des Friedens und der Ruhe.

In dieser einen Woche in Taizé konnte ich meine Alltagsprobleme vergessen. Schon viele haben versucht diese Atmosphäre in diesem kleinen Dorf in Frankreich zu beschreiben und sind gescheitert… Ich weiss nur, dass ich es irgendwie geschafft habe zu mir selbst zu finden und eine innere Ausgeglichenheit zu erreichen. Ich hatte Zeit zum nachdenken und zum beten. Zeit, die man zuhause nicht immer findet denn wenn man Zeit hat, setzt man sich dann lieber vor den Fernseher oder Computer.

Wir aus unserer Firmgruppe haben beschlossen unsere Firmfeier mit einigen Taizé-Liedern zu feiern und möglicherweise auch die Idee mit den Tüchern und Kerzen aufzugreifen, um Taizé ein Stück weit nach Bonn zu holen…

Ich bin sehr traurig nach Hause gefahren, aber mit den Gedanken: Taizé, ich komme wieder Attention Smile

Anika (und Anna-Lena) aus Bonn


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