So viel für so wenig Geld!

 

Eva:

In Taizé kommen viele Menschen zusammen, die sozusagen miteinander Leben. Sie bilden eine Gemeinschaft. Die jungen Leute kommen aus verschiedenen Ländern und sogar Kontinenten. Man kommt mit ihnen in Kontakt, wenn man z.B. bei den Bibeleinführungen in verschiedene Gruppen eingeteilt wird oder in Arbeitsgruppen. Dort erfährt man viel über die Kultur und die Einstellung. Man kann über bestimmte Themen diskutieren und das ist sehr interessant. Aber nicht nur während des Tages kommt man mit anderen Leuten in Kontakt, sondern auch am Abend. Tausende von Jugendlichen finden sich im Oyak zusammen. Das ist ein Ort, an dem Musik gespielt wird, zusammen getanzt und gelacht wird. Dort ist die Atmosphäre genial, da man durch die Musik auch den Kulturen der anderen Länder näher kommt. Jeder ist in einer guten Stimmung, so dass es kein Problem ist auf andere Menschen zuzugehen. Überall findet man Leute, die sich über verschiedene Sachen unterhalten und zusammen feiern. Wenn man wieder in sein eigenes Land kommt, kann man seine Eindrücke über andere Länder weitergeben und vielleicht auch besser in verschiedene Situationen damit umgehen.

Isa:

An Taizé finde ich es immer wieder faszinierend, dass man einerseits neue Freundschaften mit Menschen aus allen Teilen der Erde knüpfen kann, aber auch an Freunden, die mitgefahren sind, neue Facetten kennenlernt. Ich meine, dass man in Taizé ganz man selbst ist und die Oberflächlichkeiten beiseite lässt.

Jenny:

Mir persönlich haben die Gottesdienste in Taizé gut gefallen, in unserer Gemeinde gehe ich selbst nicht so gerne in die Kirche, da dort der Gottesdienst immer einen festen und gleichen Ablauf hat. Hier in Taizé kann man selbst entscheiden, wie man den Gottesdienst erleben will. Vorallem die Minuten der Stille in der Messe finde ich gut, weil man so gut in sich selbst kehren kann und auch Gemeinschaftsgefühl oftmals besser in Stille, als in belanglosen Diskussionen und Unterhaltungen vermitteln kann. Wenn ich wieder zuhause bin kann ich mir gut vorstellen, dass ich jetzt öfters die Taizé-Session am Mittwoch vor der Schule besuchen werde.

Jule:

Wie ich hierher gekommen bin, habe ich mir erst gedacht: Kirche und Party? Aber ich glaube, gerade diese beiden total verschiedenen Dinge gleichen einen Jugendlichen total aus. Einerseits hat man in der Kirche immer Zeit zum Nachdenken über sich oder andere, also einfach zur Ruhe zu kommen, und anderseits gibt es dann das Oyak und den Spaß mit den Freunden. Und das ist auch das, das was mir in Taizé so gut getan hat. Man hatte von der Ruhe nicht zu viel aber auch nicht von der Unruhe. Ich glaube, wenn ich nach Hause komm, habe ich ewas gelernt, und zwar, erstmal allein über das Problem, das man hat, nachzudenken. Und dann zu handeln. Ich bin total froh, dass ich hier war und ich werde es auf jeden Fall vielen erzählen, was ich hier so schön fand. Ich finde allein, so eine Lichternacht, sollte jeder mal miterleben. Man bekommt regelrecht Gänsehaut wenn 4000 glückliche Leute mit einer Kerze in der Hand lauthals um einen herum singen. 

Maggy:

Am schönsten in Taizé fand ich, dass es in der Kirche so tolerant zuging. Man konnte alle Dinge mitmachen oder einfach schweigen. Das wäre zu Hause in der kalten Kirche auf harten Kirchenbänken und in „Sonntagsklamotten“ gar nicht so möglich, die meiste Leute beobachten sehr genau die anderen, oft weil ihnen langweilig ist und sie nur aus Gewohnheit in die Kirche gehen. Aber wer nach Taizé kommt, hat ja von vornherein schon den Wunsch, Abstand vom Alltag zu nehmen und sich wirklich auf die Kirche bzw. Gott usw. zu konzentrieren. Und da ist es dann egal, ob man geschminkt oder „im Schlafanzug“ in die Kirche kommt, denn wenn das erste Lied angestimmt wird, und man dann auf dem Boden hockt, merkt man, dass alle trotz verschiedenen Nationalitäten, Einstellungen und manchmal sogar Religionen irgendwo ein gemeinsames Ziel haben, wie immer man das auch nennen mag. 

Antje:

Ich glaube, Taizé muss man einfach einmal erlebt haben. Als ich von Taizé gehört habe, wusste ich überhaupt nicht, was mich erwartete. Dreimal täglich Kirche fand ich etwas viel, aber als ich dann in Taizé war, habe ich es nicht als „Kirchegehen“ empfunden. Es ist einfach nur ein Zusammensein mit ganz verschiedenen Leuten aus anderen Ländern .Vorallem die beruhigenden Gesänge, die nur aus ein paar Wörtern bestehen und sich stetig wiederholen, sind total schön. Ich finde es auch gut, dass man die Lieder einfach in allen Sprache mitsingt. Egal ob man sie auf Spanisch, Lateinisch oder Englisch singt, es ist einfach anders als bei uns zu Hause. Die Kirche in Taizé ist ein warmer, gemütlicher, oranger Raum. Man setzt sich auf den Boden und ist ganz für sich. Für mich ist Taizé eine positive Erfahrung, die nicht unbedingt etwas mit einer Kirchengemeinde zu tun hat. Aber es ist ein Erlebnis, welches ich gerne wiederholen würde.

Anna:

Beim Barackenputzen habe ich erfahren, dass sich gegenseitig zu respektieren in Asien wohl wesentlich verbreiteter ist als in Europa.

Kilian:

Besonderer Augenblick und auch Höhepunkt während der gemeinsamen Gebete war für mich das Morgengebet. Denn nach dem Aufstehen in die Kirche zu gehen und während der Stille mit seinen Gedanken beschäftigt zu sein, ist entspannend. Als Lied finde ich das Vater unser kurz vor der Kommunion sehr schön. Aus der Stille herauszukommen und danach zur Kommunion zu gehen, war ein tägliches Erlebnis, was in dieser Form nur in Taizé möglich ist. Die Lieder haben auf mich eine besondere Wirkung, die mit normalen Liedern in der deutschen Kirche nicht vergleichbar ist.

Heinz:

Hier in Taizé bietet sich die Möglichkeit, andere Nationen mit ihren Religionen und Bräuchen kennenzulernen und mit ihnen zu kommunizieren. Egal welcher Konfession oder Nation man angehört, man passt sich der Gemeinschaft und somit auch dem Gottesdienst an und nimmt am gemeinsamen Gesang, Gebet und der Stille teil. Die Kirche hier ist ein beheizter Raum, der einem nicht nur die Möglichkeit zum Beten, sondern auch zur Entspannung oder zum Nachdenken bietet, und sie ist vor allem ein Platz, wo alle hier vorhandenen Nationen und Kulturen eins sind. Dennoch kann man auch in Taizé an solchen Plätzen, wie dem Oyak, feiern, trinken, tanzen und gemeinsam laut singen. Und diese zwei eigentlich so unterschiedlichen Plätze fördern meiner Meinung nach die Ausgeglichenheit; denn man kann nicht nur etwas einseitiges machen wie beten oder feiern. Taizé hat mir gezeigt, dass man die Kirche und den Glauben – an was oder wen auch immer – auch mit anderen Augen sehen kann.

Johannes:

In jedem der täglichen Gebete ist die Stille ein unverzichtbarer und wichtiger Bestandteil. In den Gottesdiensten, wie wir sie kennen, nimmt diese nur einen kleinen Bruchteil ein und den Rest einer Messe bestimmen meist vorgeschriebene Gebete und Texte. Es bleibt zu Hause oft wenig Zeit um wirklich über den Glauben und sein Leben nachzudenken. In der Stille ist man nicht allein, man schweigt miteinander und ist viel stärker mit den anderen Jugendlichen verbunden.

Verena:

Auf die Stillezeit während der Kirche habe ich mich immer besonders gefreut. Alle 4000 Menschen sitzen schweigend da, denken über sich und Gott oder auch über etwas ganz anderes nach. Ich habe dieses Nachdenken nie als richtiges Beten empfunden, es ist mehr wie abschalten und ganz alleine Zeit für ich zu haben. Diese 10 Minuten habe ich nie als lang und langweilig empfunden, ich habe mich einfach mit mir im Klaren gefühlt. Schon durch die Lieder, die vor der Stillezeit gesungen werden, wird man leicht aus dem Alltag herausgezogen und fühlt Glück oder Zufriedenheit. Nun, da ich bald wieder daheim sein werde, könnte ich mir gut vorstellen, diese Stille auch dort zu erleben. Dazu muss ich gar nicht in die Kirche, abends im Bett oder nach einem anstrengendem Schultag einfach mal 10 Minuten auf dem Boden sitzen, vielleicht mit einer Kerze. Da ich das Gefühl der Stille nun kennegelernt habe, kann ich sie so sicher auch für mich genießen. 

Ulrike:

Besonders angesprochen hat mich der Workshop zum Thema: Zuhören – aber wie? Ich habe gemerkt, dass ich im Alltag zu oft ungeduldig bin, um anderen wirklich zuzuhören. In den Gebeten hier in Taizé erlebe ich, dass Hören und Präsentsein unmittelbar zusammengehören; wenn ich ganz da bin, kann ich mich wirklich auf mein Gegenüber einlassen. Die regelmäßigen Gebete helfen mir, mich immer wieder auf das Wesentliche zu besinnen, um mich nicht in den vielen Kleinigkeiten des Alltags zu verlieren. Diese Gedanken nehme ich jetzt mit nach Hause und ich möchte versuchen, sie in meinem Alltagsleben umzusetzen. Ich bin überzeugt davon, dass meine Begegnungen mit anderen Menschen dadurch an Tiefe gewinnen.

Ursula:

Als ich als Jugendliche mal nach Taizé kam, war ich vor allem beeindruckt und bewegt von den Gesängen während der Gebete. Auch heute als Erwachsene, ist das gemeinsame Singen mit mehreren Tausend Menschen für mich manchmal eine nahezu überwältigende Erfahrung. Dadurch, dass die Gesange relativ leicht und schnell zu erlernen sind, muss man sich nicht auf Text oder Melodie konzentrieren, sondern kann sich einfach im Gesang fallen lassen. Dies lässt mich innnerlich nach einem stressigen Jahr wieder etwas zur Ruhe kommen. Da ich schon seit vielen Jahren in einer Kirchenband singe und spiele, ist Singen für mich auch zu Hause eine Form des Gebetes. 

Shiva Joelle:

Durch die geniale Gemeinschaft bei den praktischen Arbeiten, die meiner Meinung nach weiter gefördert muss, kommt es automatisch zum Austausch mit anderen Sprachen und Kulturen. Ohne die Treffen und andere Gruppenbildungen würde es nicht dazu führen, da viele nicht von alleine auf ihre Mitmenschen zugehen. Ich selbst habe in Taizé nur Begegnungen mit freundlichen Menschen erleben dürfen. Allgemein ist der Umgang und die Kommunikation untereinander hier sehr erstaunlich.

Ina und Tabea:

„Nada te turbe

nada te espante

quien a dios tiene nada le falta

nada te turbe

nada te espante

solo Dios basta (Gott allein genügt).“

Reglose Stille. Die Luft vibriert. Es erklingt der erste Ton und schwebt durch die Luft in die Herzen der Menschen und erblüht dort zu innerem Weltfrieden, der dadurch Ausdruck findet, dass die vollkommene Stille durch den schwerelosen Klang, der sich erhebenden Stimmen gebrochen wird. Und schwillt an zu einer gezeitenlosen Welle aus Licht, die die Seele erfasst und die Kirche erfüllt. Und der Mensch sich im Nichts seiner Selbst und der Gemeinschaft verliert und auflöst bis selbst das Nichts nicht mehr existiert.

Lukas:

Mich fasziniert es immer wieder, wenn ich nach Taizé komme, wie man für relativ wenig Geld, so viel geboten bekommt. Dadurch, dass ein Großteil der Jugendlichen freiwillig arbeitet, Baracken und Toiletten putzen, Essen kochen und Müll sammeln übernehmen, ist es nicht notwendig, bezahlte Arbeitskräfte einzustellen. Weil einer für den anderen arbeitet, ist jeder auf jeden angewiesen, wodurch eine Gemeinschaft entsteht. Außerdem spreche ich aus Erfahrung, wenn ich sage, dass z. B. Kloputzen mit anderen Jugendlichen sehr lustig sein kann, was aber nicht heißen soll, dass wir keine gute Arbeit geleistet haben. Jedenfalls kann man erkennen, dass es möglich ist, ohne viel Geld, sondern durch Zusammenhelfen einiges zu erreichen und dabei auch Spaß zu haben.

Barbara:

Das ist jetzt das zweite Mal, dass ich hierher nach Taizé komme, und es gefällt mir genauso gut wie vor zwei Jahren. Am Anfang, an den ersten Tagen war es etwas langweilig, weil ich nichts mit der plötzlichen, völligen Freizeit – keine Schule, kein Schreibtisch, an dem man immer was zu tun hat, auch kein Fernseher – anfangen konnte. Das ging aber vorbei. Momentan genieße ich nur noch die Atmosphäre, die mir hier am besten gefällt. Sowohl in der Kirche als auch beim Essen beim Oyak und auf dem Zeltplatz. Das finde ich einmalig und das bekommt man leider nicht zu Hause. Weswegen ich gerne noch etwas länger bleiben würde.

Matthias:

In Taizé ist die Stille ein wichtiger Teil, der auf keinen Fall weggelassen werden sollte. Denn in der Stille hat man die Möglichkeit, über sich selbst nachzudenken und speziell für sich selbst im Inneren Ruhe zu finden. Durch diese kann man meiner Meinung nach auch leichter zu Gott finden, weil man eben ohne irgendwelche Ablenkungen durch Probleme sich innerlich völlig frei bewegen kann und sich auch sehr gut konzentrieren kann. Dieser Zustand stellt sich allerdings erst am zweiten bzw. dritten Tag ein. Für mich bringt die Stille eine Relax-Wirkung von drei Wochen Ferien.

Katha:

Taizé ist für mich ein Gefühl! Ein Gefühl, das so viel beinhaltet – sich aber dennoch nicht in Worte fassen lässt. Man muss Taizé erlebt bzw. gelebt haben, um es zu verstehen. Stell dir einen gigantischen, überdimensionalen Eisbecher mit hundert verschiedenen Eissorten, Schokosplittern, Mandelraspeln, Erbeersoße, Krokantkügelchen, frischen Sommerfrüchten und gekrönt mit einem Tüpfelchen Sahne, vor. Für jeden ist etwas Passendes dabei. Ich denke, was ich von hier mitgenommen habe ist: Sei einfach DU und lebe DICH selbst.

Andi:

Taizé war für mich der gelungene Ausgleich zwischen Zeit für sich Selbst haben, über sich nachdenken, und der riesigen Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft wird in der Kirche und am „Oyak“ deutlich. In der Kirche durch das gemeinsame Singen der einfachen Melodien, die unter die Haut gehen, und durch die Zeiten der Stille, im „Oyak“, dem allabendliche Treffpunkt für alle Jugendlichen, durch gemeinsames Tanzen und Singen mit internationalem Flair, welches die perfekte Ergänzung zum Tag ist. Von Evergreens bis zum afrikanischen Volkstanz ist für jeden etwas dabei. Neben den Gottesdiensten gibt es am Tag noch kleine, aber trotzdem witzige Arbeiten und verschiedene Gesprächsgruppen, um sich z. B. über die Bibel oder einfach nur so zu unterhalten. Besonders faszinierend fand ich die Einfachheit der Kirche. Da sogar die normalerweise gesprochenen Texte aktiv mitgesungen werden können, ist es ein sehr schöner Ablauf im Gegensatz zu den oft monotonen Gottesdiensten in Deutschland. Ein Grund für mich, wieder zu kommen, ist auch die Offenheit der Leute. Die Brüder stehen zu jeder Zeit für ein kleines Gespräch zur Verfügung. Es ist auch ein idealer Treffpunkt, um internationale Kontakte zu knüpfen, die weit über Europa hinausreichen können. Da sogar ein „Internetcafé“ (Kaffeeautomat + Computer) vorhanden ist, konnte man auch über modernere Kommunikationsformen wie E-mail und SMS Kontakt halten. Es lohnt sich auf jeden Fall, hierher zu kommen. Taizé ist immer einen Besuch wert.

Anna:

Eine Woche Taizé, das ist DAS Feeling, das ist Abschalten, sich besinnen. Das ist Meditation und Gesang. Du fühlst dich frei, zugehörig zu all den Menschen. Es ist kein Verzichten auf Luxus, es ist die Freude an den wirklich schönen Dingen. Taizé, die perfekte Lebensphilosophie. Gibt es noch einen Ort auf der Welt mit solchem Frieden? Jedes Individuum wird akzeptiert, keiner bevorzugt oder vernachlässigt. Die Gespräche geben einem Kraft, jeder übernimmt eine Aufgabe. Es ist egal, woher Du kommst. Ich hoffe, dass alle Menschen, die Taizé erlebt haben, dieses soziale, unverklemmte und fröhliche Verhalten auf alle Lebenssituationen übertragen. 

Theresa:

In Taizé fühle ich mich geborgen. Die Stille in der Kirche bringt mich oft auf neue Ideen und Gedanken, die etwas in mir bewirken. Die Gesänge sind beruhigend und geben mir gleichzeitig neuen Antrieb. Oft summe ich das eine oder andere Lied noch beim Essen, Duschen… vor mich hin, und auch zu Hause erinnere ich mich manchmal in schwierigen Situationen an einen der Verse und kann dann so entspannen und neue Kraft schöpfen.

Engelbert:

„Laudate omnes gentes,… (Lobsingt, ihr Völker alle)“, so könnte man die Situation wohl in Taizé am besten beschreiben, denn das Kennenlernen anderer Leute aus anderen Ländern ist für mich ein wesentlicher Aspekt, wenn ich an Taizé denke, und es war für mich eine tolle Erfahrung, so viele neue Leute kennenzulernen. Was mir aber hier mit am wichtigsten war, war das gemeinsame Schweigen und Singen in einer so großen Gemeinschaft und genau das werde ich auch mit nach Hause nehmen, nämlich einerseits, das Schweigen und ich werde mich daheim auch bestimmt dabei ertappen, wie ich das ein oder andere Taizé-Lied vor mich hin summe. Das Schweigen werde ich in so fern mit nach Hause nehmen, dass ich einfach mal nach einem hektischen Tag schweigen und ich mich gehen werde, sowie ich es in Taizé in der Kirche immer gemacht habe, denn die Stille einmal richtig zu erfahren ist eine sehr schöne Erfahrung.

Evi:

Ich habe festgestellt, dass Taizé eine ganz andere eigene Welt ist. Man kommt weit weg von der Welt, die man eigentlich gewohnt ist, sieht sie von einer anderen Seite, da gerade die Dinge, die unser Leben normal bestimmen, fehlen. Der Luxus – relativ gesehen. Und das beginnt man auch erst festzustellen, nachdem man sich mit anderen Kulturen austauschen konnte. Ich habe festgestellt, dass ich hier sehr zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit gefunden habe. Ich muss zugeben, daß ich nicht an den Gott glaube, an den das Christentum glaubt. Und ich glaube auch, das es für einige nicht der Hauptgrund ist, aus religiösen Gründen hierher zu kommen, sondern, wie schon gesagt, sich selber zu finden. Denn erst, wenn man sich mit sich selbst befassen kann, kann man zu dem Göttlichen in sich finden. Gesprächsgruppen, Austausch mit anderen Kulturen, Denkweise, Gesang und Stille in der Kirche helfen dabei.

Basti:

Taizé war einfach einmal wieder spitze!!!! Sowohl der Pflichtteil – Gottesdienst, INTERNATIONALE Gesprächsgruppen, … – als auch das Drumherum – Essen (nur mit Löffel), Faulenzen, Oyak (der allabendliche Treff), Kontakte knüpfen, Wasserschlachten, … . Das einzige Problem bereiteten mir die Sitzmöglichkeiten. Viel, viel, viel zu kleine Bänkchen verursachten starke Probleme mit den „vier Buchstaben“. Ich sehne mich jetzt nach einem richtig weichen riesigen schönen Sessel  Um Taizé daheim weiterzuleben, werde ich mich mit Hilfe eines Liederbuches und einer Taizé-Kreuz-Kette in meinen weichen riesigen schönen Sessel verkriechen und eine Solo-Taizé-Session genießen.

Uta:

Ein Zauber liegt über Taizé. Er hüllt alle Menschen mit ein und lässt keinen aus. Das Singen, die Stille, das Klingen einer Gitarre in der Ferne, die Gedanken sind frei und doch vereint. Du bist hier und dennoch weit weg, vielleicht bei Gott, vielleicht in der Kirche beim Singen. „Brüder“ in wallenden weißen Gewändern, Gesänge, die ins Herz gehen und uns zum Nachdenken bewegen. Wer bin ich? Wo komme ich her? Wohin werde ich gehen? Wer oder was ist Gott? Und dann: Stille! Stille im Herzen und Bewegung im Kopf? Oder andersherum? Niemand weiß das, aber alle sind willkommen. Das Gefühl von Gemeinschaft liegt in der Luft, ein schönes Gefühl? Aber gibt es dieses Gefühl nur in Taizé? Eine heimische Atmosphäre lässt sich auch zu Hause leicht schaffen: Ein Raum, eine Gitarre und eine Kerze reichen aus. Aber wie jeder zu Gott und zu sich selbst findet, ist Eigensache; der Weg ist das Ziel!

Petroja:

Für mich waren die Internationalität und der interkulturelle Austausch hier in Taizé sehr beeindruckend. Zum einen, so viele verschiedene Sprachen, Gebräuche und Erkenntnisse aus anderen Ländern zu sehen und miterleben zu können und gleichzeitig in andere Kulturen ein wenig „hineinzuschnuppern“ ist sehr interessant. Zum anderen auch die Erfahrung, die ich besonders in den kleinen Gruppen gemacht habe, dass man Menschen auch ohne gemeinsame Sprache allein durch Mimik und Gestik verstehen kann. Besonders wichtig ist mir aber, den Glauben als so grenz- und konfessionsüberschreitend zu erleben. Vor allem bei den Gebeten und Gesängen in vielen, auch manchmal weniger geläufigen Sprachen. Auch die Zeit der Stille schafft Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl über alle Grenzen hinweg. Durch die Einfachheit der Gebete ist auch alles sehr gut verständlich. Mir hat an Taizé gefallen, dass es auch noch eine ganz andere, frische Art gibt, Glauben und Religion zu leben und zu erfahren, abseits dem althergebrachten, geregelten Ablauf in der Kirche.

Liz:

Der wohl auffallendste Aspekt an meinem Aufenthalt in Taizé ist die starke Zwiespältigkeit, in die man gerät, wenn man sich wirklich auf sich selbst einlässt und in sich geht und andererseits möglichst viele Leute kennenlernen will. Um diesem Konflikt auszuweichen, müßte man entweder ganz „in die Stille“ gehen, was in Taizé möglich ist, und eine Woche lang schweigen, dafür rede ich allerdings viel zu gerne, oder man bleibt nur an der Oberfläche. „Just for fun“ bin ich aber nicht nach Taizé gefahren. Mit ein bisschen Organisationstalent habe ich jedoch beide Aspekte unter einen Hut gebracht und mich, wenn es mir danach war, an einen der vielen stillen Orte hier zurückgezogen. Zu den Essenszeiten und Abends konnte ich es allerdings nicht lassen, mit Leuten aus anderen Ländern zu feiern und über ihre Heimat zu reden. Jetzt habe ich Kontakte in sehr vielen Ländern und brauche mir sehr viele Jahre lang keine Gedanken mehr über ein Urlaubsziel machen.

Smile Big Smile Wink Grin Cool Nerd Einige Fotos von der Fahrt auf der Homepage des Gymnasiums: ETA/Religion/Taizé


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