Sich einfach trauen und den Mut dazu haben
Nach 16 Stunden Busfahrt waren wir morgens um 4 Uhr in Potsdam und dann wurde ich gleich wieder in mein „normales“ Leben reingeworfen, da ich gleich wieder arbeiten musste. Und dann fängt ja auch die Uni wieder an und dann geht´s richtig los. Trotzdem möchte ich mal berichten, wie schön es in Taizé wieder war.
Ich bin mit einer Gruppe von 15-18 Jährigen aus der Uckermark als Betreuerin mitgefahren, kannte vorher aber keinen aus der Gruppe. Leider konnte meine Freundin nicht mitkommen, aber ich wollte unbedingt nach Taizé fahren und deshalb bin ich dann allein mitgefahren. Eigentlich bin ich ja nicht so, dass ich gerne allein irgendwo hinfahre, aber es war echt toll. Natürlich musste man erst alle kennen lernen, aber es war gar nicht so schwer.
In Taizé wurde ich dann auch gleich noch als so eine „contact person“ für die Kleingruppen eingeteilt, was ich eigentlich gar nicht wollte. Aber wahrscheinlich muss man sich einfach trauen und den Mut dazu haben und seine Grenzen überwinden (das waren auch einige Themen unserer Bible Introduction mit einem Bruder von Taizé – das hat er wirklich gut gemacht, vor allem für die 15/16 jährigen). Das Tolle war auch, dass die Jugendlichen sehr interessiert waren und jedes Gebet und jeden Workshop mitgenommen haben, den sie kriegen konnten. Auch ihren Workshop über die Stereotypen und Vorurteile fanden sie sehr gut.
Die Jungs haben auch mit soviel Freude abgewaschen, bei jedem Essen, freiwillig. Auch für die anderen Betreuer war es ein tolles Erlebnis, weil sie auch nie in Taizé waren. Sie waren bloß überrascht, dass alles auf so international war. Aber es gibt ja Brüder, die Deutsch sprechen können und Übersetzer. Sie haben auf der Rückfahrt auch schon beschlossen, dass sie nächstes Jahr wieder fahren möchten.
Besonders schön war für mich auch, dass ich Leute, die zu Ostern in Taizé oder in Hamburg waren, wieder getroffen habe. Wie zum Beispiel eine Mädchen, die jetzt nach Brasilien zur Mitarbeit bei den Brüdern von Taizé geht. Wir saßen jeden Tag abends noch in der Kirche und haben unsere Lieblingslieder angestimmt.
Bei der Heimfahrt im Bus hat dann jemand vorgeschlagen, 20.30 Uhr eine Andacht zu machen. Also haben wir die Leute gefragt und Lieblingslieder
gesammelt und da ich meine Stimmgabel mithatte (immer diese Musikstudenten), durfte ich dann die Lieder ansingen. (Das hätte ich mir vor einem halben Jahr noch nicht getraut, na ja wie gesagt, einfach den Mut haben.) Und es haben wirklich fast alle mitgesungen. Bis auf ein paar kleine Schwierigkeiten bei Jubilate coeli (Canon) (der ist aber auch wirklich nicht einfach) war´s richtig toll und sogar die Stille von 10 Minuten wurde eingehalten
Die Busfahrer fanden´s so toll, dass wir dann gleich noch mal singen durften.
Es war für alle Leute ein tolles Erlebnis und viele haben schon beschlossen, zu Ostern wieder zu kommen oder sogar für länger zu bleiben. Jetzt freu ich mich schon auf die Nacht der Lichter im November und natürlich auf das Europäische Jugendtreffen in Lissabon.
Eva
