Kleiner Rückblick auf das Jahr 2004
In den Osterferien waren unter den anderen Nationen über 5000 Deutschsprachige in Taizé. Über Christi Himmelfahrt waren es 2500 (allein 140 aus Halle an der Saale und ebensoviele aus Schweinfurt) und noch mal 2500 in den Pfingstferien
In der dritten Oktoberwoche sind es 1500. Wie in den Vorjahren kommen laufend Gruppen aus Kirchengemeinden, Schulen, Bistümern, Landeskirchen, aus Verbänden, vom FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder Zivildienst – und natürlich auch ganz viele, die allein, zu zweit oder spontan in einer kleinen Gruppe kommen, manche sogar mit dem Fahrrad ![]()
Sara aus Augsburg schreibt nach der Pfingstwoche:
“‘Der Tag wird kommen, an dem Du, FRANKREICH, Du, RUSSLAND,
Du, ITALIEN, Du, BRITANIEN, und Du, DEUTSCHLAND -
an dem ihr alle, sämtliche Nationen
den Kontinents, eng miteinander zu einer neuen,
höheren Gesellschaft verschmelzen werdet,
ohne eure Identität und eure bemerkenswerte Originalität
zu verlieren, und an dem ihr
eine europäische Bruderschaft bilden werdet…
Der Tag wird kommen, an dem Märkte offen für den Handel,
und Köpfe, offen für Ideen,
die einzigen Schlachtfelder sein werden!’
Victor Hugo (1802-1885), franz. Romancier
So wie in diesem “Bericht” beschrieben, darf ich immer wieder aufs neue Taizé
erleben! Dort findet für mich Völkerverständigung Woche für Woche aufs neue statt!!!
Gerade zu Hause angekommen und denn noch sehne ich mich jetzt schon wieder nach Taizé! So gab es auf unserer Fahrt nach Hause sehr interessante Erlebnisse! An einer Raststätte Menschen zu treffen, mit denen man eine Woche in Taizé verbracht hat und dann gleich wieder gute Gesprächte wie dort zu führen! Ich freue mich schon jetzt wieder nach Taizé zukommen
)”
Claudius aus Baden-Württemberg war in der zweiten Maihäfte dort:
“Wieder zu Hause und doch nicht zu Hause. So ging es mir am Sonntag, als ich von Taizé nach Hause kam und so geht es mir auch jetzt noch. Immer mit den Gedanken in Taizé. Bei den vielen Menschen die ich kennen lernen durfte, die ich schon kannte und doch nicht kannte und vor allem suchend nach einer gewissen Zufriedenheit und Ruhe. Das alles gibt es in Taizé.
Hier zu Hause ist es wieder der normale “Ferienalltag” man schläft aus, geht mal an Computer, jobbt am Abend und geht noch in die nächste Kneipe wo man seine Freunde trifft. Vor den Tagen in Taizé war das alles noch was ganz normales und geniales. Doch auf einmal ist alles anders. Als ob man einem die Luft zum Atmen raubt. Nicht, dass es mir nicht gefällt mich mit meinen Freunden und Kollegen im “Ochsen” (so heißt die Wirtschaft in der man sich bei uns als Jugendlicher trifft) zu treffen, doch ich fühlte mich irgendwie unverstanden.
Auf die Fragen “Na wie war es in Taizé?” oder “Was ist Taizé?” konnte ich selbst nach meinem 5. Mal Taizé keine Antwort geben, mit der ich selbst zufrieden war. Ich sagte dann meistens nur, dass man Taizé nicht erklären, sondern erleben muss. Denn sobald ich mehr darüber sagte, kamen Antworten wie “Ja bringt es sich mit schlechtem Essen und drei Gebeten den Tag zu verbringen?”, “Ja gab es da auch Alkohol” oder “Ja das ist halt was für dich, wo du eh jeden Sonntag in die Kirche gehst – du bist halt ein gläubiger Christ!”. Irgendwie schade! Da ist man warnsinnig begeistert und kann seine Begeisterung gar nicht weiter tragen, weiter erzählen.
Ich freu mich schon total auf meinen nächsten Besuch in Taizé. Auf die Gebete, auf die Gemeinschaft. Ich finde es einfach genial was in Taizé möglich ist und wie schön und unvorstellbar es ist bis tief in die Nacht in die Kirche zu sitzen, zu singen oder einfach nur die Ruhe zu finden. Doch was kann ich tun um diese Begeisterung weiter zu tragen? Wie kann ich Freunden, die nicht viel von Gott halten, klar machen, dass sie in Taizé vielleicht eine Antwort auf viele Fragen finden?”
Annelen aus Wustrow war in den Osterferien dort:
“In Taizé habe ich dieses Mal etwas für mich selbst erfahren, was nicht zuletzt auch für das gesamte Miteinander, insbesondere in der Familie wichtig ist. Während ich in Taizé, jeden Vormittag im El Abioth mitgeholfen habe aufzuräumen, staubzusaugen, sowie bei der Gartenarbeit zu helfen, wurde mir klar, was ich eigentlich mache, etwas für die Gemeinschaft in der man lebt, damit das Leben dort reibungslos verläuft. Und in dem gleichen Moment wurde mir klar, dass es das Gleiche zu Hause ist: man lebt in einer Gemeinschaft in der man gibt aber auch nimmt. Zunächst wenn meine Mutter mich gefragt hat, ob ich ihr helfen könne den Geschirrspüler auszuräumen oder staubzusaugen, habe ich es nur widerwillig gemacht, obwohl meine Mutter – meist jedenfalls- genauso dankbar ist wie die Schwestern im El Abioth. Jetzt aber ist mir viel bewusster wozu diese Dinge nötig sind. Ob das Staubsaugen zu Hause genauso viel Spaß macht wie in Taizé muss ich allerdings noch herausfinden.”
Eine anderer Jugendlicher hat an Ostern auch geputzt, aber Toiletten:
„Ich war mit anderen Jugendlichen über die Ostertage ‘04 in Taizé. Ich bin jetzt das dritte Mal mitgefahren und würde gerne ein kleines Feedback geben, wie ich die letzte Woche erlebt habe. Also, ich war sowieso nicht begeistert darüber, wieder abzureisen, aber als ich zuhause war, begann das Spiel… Da meine Eltern im Ausland sind, bin ich ins Haus gekommen. Und ich möchte nicht behaupten, dass wir schlecht wohnen. Aber ich habe die Türe aufgemacht, und es war still!. Ich habe meine Sachen erstmal hingestellt und bin in mein Zimmer gegangen. Ich habe die Türe aufgemacht, und (ich weiß nicht warum, aber) in meinem Zimmer roch es nach Taizé-Kirche. Ab da hatte ich so ein komisches Gefühl. Ich habe mich dann an meinen Computer gesetzt und mir die Bilder von meiner Digitalcamera angeschaut, und ich hatte Heimweh nach Taizé! Ich dachte noch, ich könnte ja Lieder hören die in Taizé aufgenommen wurden, aber als ich die CD einlegte und sie begann zu spielen, war ich den Tränen nahe. Ich muste die CD sofort wieder rausnehmen und ich begann mich in meinem Zimmer umzuschauen. Nach dem dritten Mal Taizé weiß ich endlich, was ich aus Taizé mitbringe, dass mir mein großer Fernseher, meine super Musikanlage, und alles, was ich sonst so besitze, eigentlich gar nichts bringt. In Taizé bekommt man nur das Nötigste, aber es reicht zum Leben völlig aus. Ich habe mir auch Gedanken gemacht, dass wenn an diesem Abend jemand bei uns geklingelt hätte und gesagt hätte, er würde nach Taizé fahren, ich wäre mitgefahren. Dieses Jahr hat mir Taizé besser gefallen als die Male davor. Ich hätte auch nie gedacht, dass Toilettenputzen soviel Spaß machen kann.“
“hallo! ich wollte nur mal grüße aus dem eiskalten deutschland schicken. diesen sommer war ich zum zweiten mal in taizé. die stille und die menschen fehlen mir sehr. bei jeder e-mail nachricht aus taizé wird mir das herz schwerer und die tage bis zum nächsten jugendtrefen ziehen sich immer länger hin. die eindrücke die ich bis jetzt gewonnen habe wirken ewig nach und ich kann eigentlich gar nicht beschreiben was für gefühle die gebete und brüdergespräche in mir ausgelöst haben und wieviel sie zu meinem glauben und meinem vertrauen in gott beigetragen haben. in der zeit die zu “überstehen” ist findet zum glück eine nacht der lichter in leipzig statt zu der unsere diesjährige taizé-fahrt-gruppe sich treffen wird. wahrscheinlich kann man in keiner kirche eine atmosphäre wie in taizé erzeugen aber wir sind gespannt und hoffen dass auch ein bruder dort sein wird. damit sage ich tschüss und wünsche allen viel erfolg und spaß in lissabon!”, schreibt nach dem Sommer Franka aus Leipzig.
Und Christiane aus Nordrhein-Westfalen hat im Sommer für zwei Monate in Taizé mitgearbeitet:
“ich habe die zeit von ende august bis ende oktober in taizé verbracht und ich muss sagen diese zeit wird mit als eine der schönsten zeit in mein leben eingehen. endlich hat man mal die zeit sich seinen gedanken über glaube kirche und gebet hinzugeben und mit anderen zu teilen. ganz besonders gut hat mir gefallen das man soviele menschen aus allen ländern der erde kennenlernt. das ist nicht so extrem wenn man nur eine woche da ist. das eröffnet einem auch viele möglichkeiten für sein weiteres leben. so werde ich wahrscheinlich im januar für einen monat nach chile gehen. das zusammenleben mit sovielen sehr verschiedenen menschen macht sehr viel spass und man lernt soviel über sich selbst und was es bedeutet die moderne welt nicht als selbstverständlich hinzunehemen. ich kann nur sagen danke taizé. danke für all diese schönen momente und gebete für all diese netten mensche und manchmal nicht so schönen arbeiten danke für all die gedanken, fragen und antworten all das wird für immer als schöne erinnerung in meinem leben bleiben und wenn ich die zeit finde werde ich wieder für länger kommen.”
