Gefühlswirrwarr… aber in positiver Richtung
Tja was soll man dazu sagen. Man hat Zweifel ohne Ende, bedenken, Angst…. vor einem Ort den man gar nicht kennt und nur von gehört bzw. von gelesen hat. Nun ja man fährt hin, erlebt es und was passiert? Man wird vom Gegenteil überzeugt.
Ich konnte es kaum glauben dass es mir gefällt, so sehr gefällt. Es waren sehr viele Eindrücke auf einmal.. Ich weiß nicht ob ich diese alle verarbeiten konnte oder überhaupt schon verarbeitet habe. Alles so neu, alles so anders und doch alles so schön!
Außer das essen welches fast immer nach nichts schmeckt, nach der billigtuppawarekopie, aus der die Teller und die Trinkschalen waren
und immer noch sind. Hat aber trotzdem geschmeckt weil ohne Geschmack geht’s ja net, ein bissi Heinz (Ketchup) dabei und die Welt ist okay
und mit so vielen Leuten im freien essen machte auch sehr viel spaß. wir haben immer morgens, mittags und abends gegessen. weil wir ja schon Hunger hatten, trotz der 1000kg Süßkram die wir mithatten und nicht gegessen haben 
ja .. der tag fing immer mit dem morgendlichen frühstück nach dem immer ausgelassenen Morgengeben an um 9.00 Uhr. dann hatten wir wieder zeit bis 12,30 zum Mittagsgebet gefolgt vom Mittagessen um 13,30. Jo um 19.00 Uhr gab’s dann Abendessen und um 20.30 das Abendgebet. Nach dem Abendgebet ging’s dann an unsere alltägliche Arbeit. die Kirchenarbeit d.h. das heißt Liedbücher sortieren nach der Reihenfolge 5 links rum 5 rechts rum…. Liedblätter sortieren und Zusatzblätter sortieren, wobei wir die Sachen immer erst aus den 4 Eingängen holen und in den Keller bringen mussten. Dazu noch Kerzen ausmachen, leere rausnehmen umstellen, volle nachfüllen. Mikros aufsammeln das Kabel aufrollen I (innnenmass 20cm.)
jo das war’s dann also um 11 waren wir immer aus der Kirche raus. danach haben wir uns meistens in die Kapelle hinter der Kirche gesetzt noch was geredet und ein paar Zigaretten geraucht. Ja, eigentlich sehr eintönig, aber ich habe gar nichts davon gemerkt weil ich es gern gemacht habe und die zeit dort sehr genossen habe! Das Duschen fällt mir grade ein wäre krass gewesen bzw. war krass. die Camping duschen waren Dreck, kaltes Wasser, alles nicht sehr hygienisch.
daher sind wir zu den erwachsenen gegangen welche dort erst ab 30 erwachsen sind, gute geflieste duschen und Waschbecken, heißes Wasser, Händetrockner, schwärm 
Nunja. hehe. die Gebete waren für mich sehr überraschend. sie haben mir Spaß gemacht und ich habe mich jedes Mal aufs Gebet gefreut. Ich konnte sehr gut entspannen, mich fallen lassen in der Stille, wenn nicht grad wieder irgendwer gehustet oder sich die Nase geputzt hat.
An dem Donnerstag oder Mittwoch glaub ich war für mich einer von 2 besonderen tagen. ich habe mich von Frère Roger segnen lassen. Hört sich simple an, ist es aber keines falls. ich bin mit Herzklopfen dahin, habe mit hingekniet wie die anderen auch. ich war der erste oder mit einer der ersten. So was wie dort habe ich noch nie gefühlt. Wahnsinn, Frère Roger strahlt so eine ruhe, Sorglosigkeit, Freude, gutes wohlbefinden aus… sowas hab ich noch nie gesehen…als er seine Hände auf meinen kopf legte und mich segnete war alles vorbei…Gefühlswirwarr..aber in positiver Richtung. Ich guckte ihn einfach nur an.. sowie die anderen und bewunderten ihn… danach ging ich wieder nach oben wo mich mein schatz aufsammelte, wir uns wieder hinsetzen und ich in ihren armen versank… und erstmal losweinte…fragt mich nicht warum… mir ging es gut und ich wollte einfach nur weinen vor freude… und meinen schatz nie mehr loslassen.. das Gefühl, einfach unbeschreiblich.
Der zweite besondere tag war die Anbetung vom kreuz… ein wirklich großes holzkreuz auf dem Boden vor dem die halbe Kirche kniete… und drauf wartete ihren kopf auf das kreuz zu legen und zu beten… 20 min ca. haben wir gewartet… und dann schon wieder… ich legte mein kopf auf das kreuz und dann wieder so ein komisches Gefühl… Herzrasen, ich fing an zu beten… war fertig und mir viel nichts mehr ein..so viel im Kopf.. aber doch nichts da..und die ganze zeit dieses schöne Gefühl…dann kam ich mir schlecht vor weil noch so viele hinter mir waren… als bedanke ich mich dafür das ich beten durfte und bin gegangen.
zu allem gab es auch noch die Lichterfeier in der jeder in der Kirche eine lange dünne Kerze bekam. Ich kann nur sagen… wunderschön
dazu dann noch eine Simultanübersetzung in mehrere sprachen… aber die leuten kamen von allen Kontinenten und Ländern… Wahnsinn… sogar china… taiwan… australien… echt unbeschreiblich… da stand mir auch wieder das Wasser in den Augen…
habe ich schon erwähnt dass wir gezeltet haben? nein gut. Wir haben gezeltet… ja in einem Sauscheißregen haben wir das zelt aufgebaut… ba, sag ich nur. naja. morgens ach eigentlich immer waren unsere freunde die Ameisen da, Würmer und vereinzelt käfer. die meisen krochen immer in denn oder um den Süßen Rucksack..weil Apfelkraut und Nutoka dabei 
joa, wir hatten aber auch sonnige warme tage… sehr warm. das Wetter konnte sehr schnell umschlagen… von sehr kalt auf sehr warm… morgens immer. und abends umgekehrt… von warm auf eisig und feucht. trotzdem die regen hat eigentlich nicht gestört. wenn man in der kirche war hat man sowieso alles vergessen.
besucht haben wir noch Cluny und Ameungny. Nicht besonders erzählenswert dass Taizé die Hauptsache war.
ich weiß nicht ob ich jetzt was vergessen habe… wenn ja werde ich es nachtragen.
Fazit:
kurz gesagt: vom Gegenteil überzeugt!
ich habe die zeit dort sehr genossen und zur ruhe gefunden. das ganze war seeehr beeindruckend. ich kann nur sagen das wirklich einmalig ist und ich es nur jedem empfehlen kann.
ich jedenfalls trage die Taizé kette nun und stehe dazu. auf Deutsch: ich komme wieder!
danke muss ich auch sagen, meinem Engelchen die schon das siebte mal da war und mir dieses wunderschöne gezeigt hat! danke dass du für mich da warst, danke für alles mein Engel
ICH LIEBE DICH!!!
Stephan, Dormagen/ NRW
