Eine unbeschreibliche Atmosphäre, wo man richtig Gänsehaut bekam
Wir sind vom 29.7. – 6.8.06 für eine Woche nach Taizé gefahren
Unsere Gruppe bestand aus 37 Jugendlichen und Jungen Erwachsenen – ein bunt gemischter „Haufen“, evangelische und katholische Christen gemeinsam. Die Busfahrt dauerte 12 Stunden; nach der Ankunft in Taizé haben wir unsere kleine Zeltstadt aufgebaut. Wir wurden sehr herzlich empfangen. Es gab sehr viele Angebote, die wir mitmachen konnten. Wir haben sehr viele neue Freunde gefunden, mit denen wir am Ende der Woche Adressen und e-mails austauschten. Die Atmosphäre war großartig! Es war einzigartig, mit 6.000 jungen Leuten Gottesdienst zu feiern, zu singen und zu beten.
Am Abend haben wir uns am Oyak getroffen und gesungen, getanzt, unterhalten und gelacht. Wir freuen uns schon auf die nächste Fahrt nach Taizé.
Nicole Barczyk
Weinen ist eine der schönsten Dinge auf der Welt
Zu Beginn der Woche konnte sich keiner vorstellen, dass es so unvergessliche Tage werden würden. Es war eine sehr intensive Woche, mit vielseitigen, neuen Erfahrungen und Erlebnissen. Es ist ein super Gefühl, wenn ca. 5000 Jugendliche aus aller Welt zusammenkommen, um Gott mit Gesängen zu preisen. Als ich das erste Mal in der Kirche saß, die für mich eher wie ein großes Wohnzimmer wirkte, wo jeder Willkommen und eingeladen war, hineinzukommen und mit zu Beten, tat einem schon sehr bald der Hintern durch das ewige Sitzen auf dem Boden weh. Aber als dann plötzlich alle mit Singen begannen, waren diese Sorgen vergessen. Wir erlebten eine unbeschreibliche Atmosphäre, wo man richtig Gänsehaut bekam, so schön war es. Als am Samstag die Auferstehung gefeiert wurde, verstärkte sich dieses Gefühl noch um einiges. Ein gigantisches Lichtermeer und dazu die unverwechselbaren Taizégesänge – echt der Wahnsinn! „Weinen ist eine der schönsten Dinge auf der Welt, weil es so befreiend ist und Tränen reinigen. Ich kann nur in Taizé weinen, weil ich jedes Mal so gerührt und überwältigt bin.“ Diese Worte sagte ein Jugendlicher dort zu mir und ich sie werde so schnell nicht vergessen. Auch als die Woche vorbei war, zur Verabschiedung flossen ganz viele Tränen, auch bei denen, die schon etliche Male zuvor in Taizé waren. Es hätte wohl keiner zu träumen gewagt, dass so viele neue Freundschaften entstehen und so viele internationale Kontakte geknüpft werden würde und dieser einfache Lebensstil, den die Brüder vorlebten, so befreiend sein kann. Diese Woche hatten wir als Gruppe und jeder für sich die Möglichkeit aus seinem stressigen Alltagsleben auszubrechen, um sich Zeit für sich selbst zu nehmen und natürlich auch über gewisse Sachen nachzudenken. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit nach Taizé fahren. Ich kann endlich all die Menschen verstehen, die von Taizé zurück kamen und wie ausgewechselt waren und ich finde jeder sollte dieses Erlebnis einmal gemacht haben.
Constance Böhm
Das Dorf hinter dem Mond aber ist wie eine Sonne.
Es gibt Orte in der Welt, die strahlen, die sich herausheben aus vielen anderen Orten der Welt.
Es gibt Orte, die Leuchtfeuer sind und den Weg weisen auf dem unruhigen Meer der Zeit.
Es gibt Orte, an denen sich die Suche nach Sinn, die Sehnsucht nach Hoffnung verdichten zu der Ahnung: Das könnte es sein!
Taizé im Burgund ist ein solcher Ort.
Ein kleines Dorf auf einem der zahlreichen Hügel dieses alten Landes.
Wer in den Kategorien der „einen Welt“ oder der Globalisierung denkt, mag sagen: Ein Dorf hinter dem Mond. Das Dorf hinter dem Mond aber ist wie eine Sonne.
Heute kann man sagen: Wenn es einen Plan Gottes gibt, dann hat Taizé in diesem Plan gelegen. Aber der Plan brauchte die Ausführung. Und Gottes Pläne bedürfen der Menschen.
Taizé – für mich meine kleine Insel, auf die ich flüchten kann. Hinaus und weg vom oft so lauten, hektischen und harten Alltag.
Taizé – für mich eine Oase, in der ich auftanken kann, neue Kraft sammle und nach Tagen der Stille, Besinnung und der Gemeinschaft als neuer Mensch in die Normalität zurückkehre.
Taizé – meine Liebe. Hier kann ich ICH sein. Kann mich geben, wie ich bin. Kann alles, was mich belastet, abgeben. Und kann mich meinem Jesus ganz hingeben.
Taizé – für mich immer wieder beeindruckend. Hier leben Jahr für Jahr Tausende von Menschen zusammen, arbeiten, beten, singen, ohne Hass und Vorurteile. Wenn es doch überall so wäre.
Taizé – für mich der Ort, an den ich jedes Jahr wieder auf’s Neue gern komme!
Mein Taizé, meine Insel, meine Oase, meine Liebe!
Taizé kann man nicht beschreiben, Taizé muss man erleben!!!
Annett Köber
„Bim Bam, Bim Bam“
wie sagte Frere Wolfgang:“ Die Glocken sind die einzige Gewalt in Taize.“ Das stimmt auch, denn sie wecken nicht nur die 4000-5000 Jugendliche auf eine nicht ganz so sanfte Weise, sondern sie läuten auch zu den 3 Gebetszeiten. Sie zeigen den „Pilgern“ und natürlich auch den Brüdern, dass es jetzt Zeit ist in die Kirche zu gehen und zusammen zu singen, zu beten und gemeinsam einfach mal still zu sein. Das ist ja das tolle an Taize. Man macht es gemeinsam, man lernt so viele Menschen kennen, die alle total verschieden sind, weil sie eine andere Sprache oder eine andere Hautfarbe haben, aber an den gleichen Gott glauben und das vereint sie. Dadurch entsteht ein fast unbeschreibliches Gemeinschaftsgefühl und keiner wird ausgegrenzt alle sind in Taize willkommen.
Simon Kuchinke
