Ein kleines, ruhiges und sanft wärmendes Feuer
Eine große Gruppe Jugendlicher aus Gera, Altenburg und Umgebung, Getaufte und Nichtgetaufte, war in der Osteroktav 2004 in Taizé. und sammelte bei der Rückfahrt in die Heimat Stimmen über den Besuch.
„Ich nehme das Gefühl von Stille mit nach Hause, das Gefühl vollkommener Ruhe in mir selbst. Außerdem die beruhigende Wirkung der Stimmung in der Kirche. Ich fand es sehr gut, dass man nach dem Abendgebet zu einem Frère gehen kann, um mit ihm über Probleme zu reden. Ich habe Antworten bekommen, die mir sehr geholfen haben, Ruhe und Zufriedenheit für die restlichen Tage zu haben. Ich habe die stressfreie Zeit genossen, die Möglichkeit der Besinnung, das Gefühl von Gemeinschaft.“
„Es gibt eine Quelle, aus der alle Wesen dieser Erde Liebe und Licht empfangen. Indem ich Vertrauen und im Bewusstsein zu dieser Quelle lebe, verankere und verbreite ich diese Liebe und dieses Licht auf der Erde. Vertraue ich dem Licht und der Liebe, die ich erhalte… und gebe dies weiter, dann gebe ich der Quelle das zurück, was sie mir gegeben hat. Ein einfaches Leben in Liebe, Freude und Licht. Die Quelle hat viele Namen. Es führen viele Wege zu dieser Quelle. Jesus hat uns einen Weg gezeigt, um unser Licht und unsere Liebe zu leben. Man kann ihm folgen, jedes Wesen hat seinen eigenen Weg. Das nächste Mal werde ich die Stille genießen, fürchten und leben lernen. Ich habe bei einem Gebet erkannt, welches Problem mich schon seit Wochen bedrückt und dadurch ist es verschwunden. Ich bin erfüllt von einer Wärme, deren Ursprung ich nicht ausmachen kann, die aber einfach und schön ist.“
„Es haben sich eine Menge Sachen für meine Zukunft ergeben, Gott hat mir den Weg gezeigt… und neue, interessante Steine darauf gelegt. Er hat mich auf eine neue Weise das Lieben gelehrt. Danke! „Vertrauen auf der Erde“ ist ja etwas, was sich die Communauté auf die Fahnen geschrieben hat. Und das ist genau das, was mich bestärkt hat und was ich mir mit nach Hause nehme, um es zu leben.“
„Es gibt Orte, die sind etwas ganz besonderes… Taizé gehört dazu, von dort her wird ein Frieden ausgestrahlt, der den ergreift, der da ist. Dieses Mal hat mir besonders gefallen, dass kein Druck seitens der Verantwortlichen gemacht werden musste, dass ein Grundverständnis für Freiheit und Verantwortung von der Mehrheit da war. Jeder hat sich eingebracht wie er wollte und konnte. Ich wünsche mir, dass das Erlebte zu Hause nicht gleich vom Alltag aufgefressen wird… Vielleicht kann ich auch nächstes Jahr wieder jemand neugierig auf Taizé machen, der bis jetzt noch keine Ahnung hat. Das Prinzip, dass jeder seine Gedanken und Erfahrungen sagen kann… dass es keine Belehrungen zum ‚richtigen’ Glauben gibt… ist wohltuend.“
„Ich fand die Gemeinschaft in Taizé sehr wichtig. Auch wenn man nicht mit jedem reden konnte, hat man sich durch die Gebete mit den anderen verbunden gefühlt.“
„Die Zeiten der Stille waren für mich ein ganz besonders Erlebnis, da es im ‚normalen’ Gottesdienst leider keine solche Möglichkeit gibt, um zur Ruhe zu kommen… Nächstes Jahr fände ich es gut, wenn solche Ruhezeiten auch sonst in den Tagesablauf und in die Bibelarbeit integriert würden, um sich darüber klar zu werden, was man persönlich davon hält, und um das Gehörte verarbeiten zu können.“
„… den Sinn für wichtige Dinge im Leben. Beruhigung, weil es noch viele andere Jugendliche gibt; Freude mit anderen zu teilen.“
„Ich nehme die Erinnerung kleiner Sachen aus Taizé mit. Die Einfachheit dort, wie Brötchen, Schokostückchen, Tee oder die orangen Tücher vorn in der Kirche, werde ich nie vergessen. Nächstes Jahr nehme ich mir vor, (wünsche ich mir), dass ich mal ganz vorne sitze…“
„Ich nehme mir aus Taizé vor allem innere Ausgeglichenheit mit. Es soll alles so bleiben, wie es ist; ich möchte diese Atmosphäre immer wieder neu erleben können. Ich wünsche mir…, das alle Jugendlichen, die nach Taizé kommen, dort eine spirituelle Erfüllung erhalten.“
„Ich bin nach Taizé mit der Annahme gefahren, dass es bestimmt eine „schöne“ Woche wird. Ich hatte aber auch ein bisschen Bedenken, wie auf einer Insel der Glückseligkeit zu leben und dann bei der Übertragung ins alltägliche Leben zu versagen. Das letzte Mal vor 3 Jahren ist mir das nicht gut gelungen. Dieses mal bin ich mir durch verschiedene Gespräche mit anderen jungen Leuten, mit Brüdern und durch die Gebetszeiten sehr bewusst, dass die guten Erlebnisse und Einsichten nicht verschlossen bleiben werden.
Ich bin sehr glücklich, dass die Verbindung zu drängenden Ungerechtigkeiten, Armut und Krieg direkt in manchen workshops angesprochen wurden- und von der Aufgabe, die jeder hat, die/der das friedliche Taizé kennengelernt hat.“
„… ein inneres Gefühl der Ausgeglichenheit und Ruhe, das mich bis jetzt zum Ende der Woche immer mehr erfasst hat. Es ist kein überschwängliches Glück, keine Ausgelassenheit. Es ist anders, und sehr schön. Möge es mir erhalten bleiben.“
„Ich nehme mir viel Liebe mit, die Liebe, die die Frères und die Gemeinschaft ausgestrahlt haben. Dieses Mal war es auch wirklich überwältigend! Ich habe mir neue Gedanken über alte Probleme und Dinge gemacht, die mich (zumindest im Kopf) weitergebracht haben. Wenn man in diesem Gebet sitzt, kann man gar nicht anders als überglücklich, todtraurig, überwältigt, entspannt, versunken, ergriffen, verzweifelt, intensiv zu sein.
Schade finde ich es aber, dass man während des Gebets, wo man bis um 4 in der Nacht sitzen könnte, immer Hummeln im A… hat, die einen erfolgreich nach draußen zur Oyak-Party jagen… (will man nie verpassen).
…war ich zum 1. Mal in der kleinen Dorfkirche, wo ich wahrscheinlich zum 1. Mal in meinem Leben richtige Stille erlebt habe. Das war richtig schön, und das werde ich zuhause öfter mal versuchen, denn jetzt weiß ich, was es mir alles bringen kann.“
„Eine rote Schale als Zeichen für die Einfachheit, die ich gern zuhause fortführe. Zwar mit schönerem Geschirr, aber ohne Völlerei. Mahlzeiten, die wirklich Nahrung für den Körper sind.
Was steht für die Klarheit? Die Worte der Brüder, der Tagesablauf. Diese Klarheiten liebe ich und werde sie ganz sicher mit nach Hause nehmen. Ich erhoffe mir dazu Zeit, Einsicht, Prioritäten.“
„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man manchmal einen anderen Weg gehen soll, als man will. Es fällt mir nach einer Woche Taizé noch schwer, meine Gedanken bei Gott zu behalten, aber ich danke Gott für die Erfahrung, dass er mir gezeigt hat, dass er mich trotz meiner Fehler und Schwächen liebt. Es ist ein schönes Gefühl, die Gewissheit zu haben, geliebt zu werden, obwohl man so vieles getan hat was falsch war; ich weiß, dass Gott unsere Aufmerksamkeit verdient, mehr als alles andere.“
„Ich spüre in mir eine tiefe Zufriedenheit, eine Zuversicht, fast schon Gewissheit, Dinge des täglichen Lebens, Verhaltensmuster, Probleme anders / neu angehen zu können. Erkenntnisse sind gereift, Batterien aufgeladen, meine Beziehung zu Gott ist intensiviert. Und ich habe über mich und meine Fähigkeiten hinzugelernt.“
„…dass es für mich nach wie vor keine Existenz Gottes gibt. Aber ich habe die Gemeinschaft in Taizé, vor allem während des Gottesdienstes schätzen gelernt. Die vergangene Woche betrachte ich als persönliche Auszeit, Tage der Ruhe und Selbstfindung.“
„Keine Vorurteile gegenüber anderen Konfessionen und Religionen.“
„…dass man auch mit kleinen Schritten, im Sinn von Langsamkeit ans Ziel kommt; mehr auf andere Menschen eingehen.“
„…dass Gottesdienst Spaß machen kann, dass man nicht tiefgläubig sein muss, um nach Taizé zu fahren.“
„Gewissheit, dass es die schönste Woche war, die ich je ohne meine Familie verbracht habe. Ich habe das Gefühl, in mir würde ein Feuer brennen, ein kleines, ruhiges und sanft wärmendes Feuer. Besonders in der Stille habe ich Ruhe gefunden. Und es ist aufregend, sich selbst zuzuhören, wenn man tief versunken da sitzt. Mir sind andere Dinge wichtig geworden, auch mit mir selbst ins reine zu kommen, meine Gedanken zu ordnen. Das habe ich früher kaum und schon gar nicht in Stille gemacht. Ich hoffe, dass dieses Feuer nicht verlischt.“
„…die Gewissheit, wieder auf dem richtigen Weg zu sein. Neue Kraft in christlichen Gedanken zu leben, Nächstenliebe praktizieren, neue Gebetserfahrung.“
„Gott hat mir mal wieder richtig deutlich gezeigt, dass er mich nicht vergessen hat. Liebe den Nächsten mit Gottes Kraft.“
„Nachdem ich diese Woche sehr viel nachgedacht habe, war das Gespräch mit einem der Brüder eine sehr schöne Erfahrung, weil er mir super zugehört hat und auch fast immer wusste, was er mir sagen konnte. … ich werde für eine längere Zeit nach Taizé gehen.“
