Die „Kunst des Einfachen“

Ruhe

Die Ruhe, die man in Taizé findet, ist mittlerweile meiner Meinung nach schon sprichwörtlich. Man kann in aller Ruhe mal für sich allein sein, ohne dass einen jemand stört – es gibt ja auch Räume und Zeiten der Stille. Diese Stille wird auch von den meisten eingehalten und respektiert, was sehr gut ist. Man wird auch von niemandem für seine „Kirchensucht“ dumm angemacht, weil ja jeder in die Kirche sollte und eigentlich weiß, worauf er sich einlässt. Für diese Ruhe und den Frieden ist auch das Lied zuständig, diese „Mantras“ sind aber schon dafür ausgelegt, dass man ruhig wird.

Keine Stühle

Nach einer Weile fällt das sehr störend auf, laufend auf dem Boden oder auf niedrigen Bänken zu sitzen, da man mit dem Kreuz Schwierigkeiten bekommt und alles steif wird. In der Kirche ist diese Stuhllosigkeit allerdings positiv aufzufassen, da meiner Meinung nach der Kontakt zum Kreuz besser hergestellt werden kann, man sich die Position aussuchen kann, die einem angenehm ist, man sich also besser auf die oben erwähnte Stille einlassen kann. Ein sehr negativer Aspekt der Stuhllosigkeit ist allerdings auch der kühlere Boden, der mir zu schaffen machte.

Leicht chaotisch

Alles ist improvisiert, so dass nie der Anschein des Perfekten aufkommen kann. Ich denke, man kann es auch mit den Worten „Kunst des Einfachen“ umschreiben. Das ist aber meiner Meinung nach, was das Flair von Taizé ausmacht, es kommen Menschen aller Nationen zusammen und es gibt keine gewalttätigen Spannungen, man lebt miteinander nach seiner eigenen Kultur und bringt diese ein. Das ergibt ein gewisses Chaos, aber dieses Chaos kann man auch mit Frieden umschreiben. Den Frieden von Taizé.

Sabine A.

 

Von Taizé sind mir folgende Dinge noch besonders in Erinnerung: die Duschen (einfach, ungewöhnlich, sehenswert), die Kirche (Ruhe, Geborgenheit) und das Essen (na ja, na ja, armer Gourmetkoch! Aber was für eine Gaudi Attention ). Das Wichtigste für mich war, nicht allein zu sein, sondern alles mit der Gruppe zu erleben. Für die Zeit, die ich dort war, hat sich bei mir schon was geändert, ich war einfach zufrieden. Aber leider hat sich das mit der Zeit verloren.

Die Arbeit hat mir gefallen: Meal-tickets-Verkaufen war total cool. Wie wohl Kloputzen ist? Die Freizeit war a weng weng, aber so langweilt man sich wenigstens nicht. Die Gebete in verschiedenen Sprachen sind total interessant, aber die Bibeleinführungen waren leider einschläfernd. Von den Brüdern hab ich nix groß mitgekriegt, außer, dass manche nur Englisch antworten, aber Deutsch verstehen.

Ich würde gern wieder nach Taizé fahren, weil es Spaß gemacht hat, ein tolles Erlebnis von Gemeinschaft war und die Leute supernett und sehr offen waren. Trotz vieler verschiedener Kulturen ist eine Einheit spürbar. Ich glaube, es fahren deshalb so viele Jugendliche dorthin, weil viele davon erzählen, weil sie neugierig sind, weil sie es schon einmal erlebt haben und weil es international ist.

Sabine B.

 

Von der Taizé-Fahrt sind mir die abendlichen Gottesdienste, die Abende im Oyak und meine Arbeit mit den anderen Jugendlichen aus anderen Ländern noch besonders in Erinnerung. Eigentlich verbinde ich damit nur positive Gefühle wie Freude und Sehnsucht.

Das Wichtigste für mich war, zur Ruhe zu kommen, Spaß zu haben und Leute kennen zu lernen. Außerdem ist mir aufgegangen, dass Schweigen auch Beten zu Gott sein kann; dieser Gedanke ist mir besonders wichtig, weil er die Einfachheit betont, die den ganzen Ort kennzeichnet.

Ich habe gesehen, dass Kirche ganz anders ablaufen kann als daheim, so wie ich das auch begrüßen würde. Das hat jedoch nichts an meiner Einstellung geändert, da es mir auch vorher schon bewusst war. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum so viele Jugendliche nach Taizé fahren: um eine ganz andere Art von Glauben und Kirche kennen zu lernen als die, die es in ihren Heimatländern gibt. Oder, um einfach „dazu zu gehören“.

Die Arbeit machte mir unheimlich Spaß (Wasserschlachten Attention ), aber es gab auch genügend Freizeit. Die Gebete gefielen mir richtig gut, sie waren nicht so langweilig (die Bibeleinführungen hingegen schon). Die Stille hat mir geholfen, über Sachen nachzudenken und zu beten.

Durch den Aufenthalt in Taizé hat sich bei mir leider nur kurzfristig etwas geändert. Ich kam mit völliger innerer Ruhe und Ausgeglichenheit in meinen Alltag zurück. Mittlerweile hat er mich allerdings schon wieder ziemlich eingeholt. Manchmal gelingt es mir aber doch, diese Ausgeglichenheit zurück zu gewinnen.

Wenn ich meine Erinnerungen an den Aufenthalt in Taizé konsequent wach halte, könnten sie in meinem Alltag weiter leben. Und, wenn ich öfter an diesen Ort in Frankreich zurück kehre. Vor allem aber, wenn ich versuche, meine Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.

Ich möchte auf jeden Fall wieder nach Taizé fahren, weil ich es dort einfach wunderschön finde.

Sophie

 

Ein Satz, der mir während des Aufenthalts in Taizé wichtig war:

„Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten.“

Ich liebe diesen Satz, denn er ist so menschlich. Blindheit heißt doch Menschsein. – Jesus ist uns ganz nahe, und doch erkennen wir ihn oft nicht, weil wir mit den wichtigen Dingen des Lebens beschäftigt sind. Erst wenn er uns anspricht, werden wir sehend – auch im übertragenen Sinn: Gott ist zu anders für unser Menschsein, aber wir haben dennoch die Möglichkeit, uns jener Offenbarung zu öffnen; Kanäle zu finden, die einen Zugang ermöglichen, wie wir ihn erkennen können. Darum muss man sich bemühen, die Kanäle aufzumachen und offen zu halten.

Und einmal bei Gott wird unser begrenztes Menschsein wie die Blindheit von uns abfallen und wir werden die Antworten auf unsere Fragen klar und eindeutig sehen können. Ich freue mich schon darauf!

Susanne


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