Taizé: Das ist mehr als nur Beten

Bad Dürrheim – Begeistert und voll guter Eindrücke sind sieben Jugendliche aus Bad Dürrheim von ihrer Taizé-Fahrt in den Pfingstferien zurückgekehrt. Taizé ist eine ökumenische Brüdergemeinschaft im französischen Burgund. Tausende junger Menschen aus aller Welt strömen jährlich dorthin, um eine Woche lang zu zelten, zu singen, zu beten, zu lachen, zu arbeiten, ins Gespräch zu kommen und miteinander zu leben.

So hat auch die Gruppe aus dem Bad Dürrheimer Dekanat sieben Nächte bei meist gutem Wetter im Zelt verbracht und sieben Tage gemeinsam mit 2000 anderen Jugendlichen am Programm teilgenommen. Dazu gehören drei Gebete am Tag, Gesprächsgruppen über Glaubensfragen, Arbeitseinsätze, die vom Toilettenputzen bis zur Essensausgabe reichen. Natürlich konnten die Gäste in der freien Zeit andere junge Leute kennen lernen und ins Gespräch kommen.

“Tolle Gemeinschaft und viel Spaß, Menschen, die offen und persönlich über ihren Glauben sprechen, Lieder und Gebete, die unter die Haut gehen “, so lauteten die Versprechungen auf der Einladung zur Fahrt. Einige Teilnehmer waren deshalb nicht zum ersten Mal dabei.

Wie Magdalena Mayer beispielsweise. Sie berichtet über ihre diesjährigen Erfahrungen: “Taizé bewegt einem im Herzen. Durch Gespräche mit Menschen aus anderen Ländern verändert sich Dein Blickwinkel auf die Welt. Du bekommst viele neue Impulse zu Gott und neue Anregungen über das Zusammenleben der Kulturen in der Welt. Wer auf der Suche ist, sei es nach dem Sinn des Lebens oder nach sich selbst, der ist in Taizé genau richtig.” 

Sabrina Himmelsbach war zum ersten Mal in Taizé dabei. Sie hatte schon viel von Taizé gehört und war neugierig, weil alle sehr begeistert davon erzählten. Ein wenig befürchtet hatte sie im Vorfeld aber dennoch, dass sie den ganzen Tag “nur beten” würde. Umso überraschter war sie dann davon, dass es doch anders kam und sie vor allem so viele neue Leute kennen lernen würde: “Ich fand das Gemeinschaftsgefühl toll, das in Taizé entstanden ist. Interessant fand ich auch die Ansichten anderer zu Glaube und Kirche.”

Jeder packt mit an

Beeindruckend war für Sabrina und für alle anderen auch, dass Taizé durch den Arbeitseinsatz jedes Einzelnen überhaupt erst möglich wird: Essen austeilen, Toiletten putzen, Duschen sauber machen, Zeltplatz aufräumen, Hütten kontrollieren. Jeder muss hier alles machen. Die “Nightguards” sorgen dafür, dass nachts Ruhe auf dem Zeltplatz ist, die Verkäufer im Kiosk dafür, dass die Hungrigen Zusatzessen bekommen. Das einfache Essen, das morgens, mittags und abends an tausende Menschen verteilt wird, reicht nicht jedem aus.

Auch für Dominik Mayer haben sich die Erwartungen in diesem Jahr aufs neue wieder bewahrheitet, denn er war nicht zum ersten Mal dabei. Er genießt es, aus dem Alltag herauszukommen: “Zeit für mich zu haben, mich mit meinem Glauben zu befassen und darin auch bestärkt zu werden, das habe ich erwartet und auch bekommen. Die Gottesdienste in Taizé sind außergewöhnlich, anders als die normalen’ und sehr eindrücklich.”

Deshalb luden die jungen Leute, die in diesem Jahr in Taizé waren, vergangenen Mittwoch zu einem Gebet im Taizé-Stil. Sie wollten damit etwas von ihrer Begeisterung auch in die Gemeinde zu tragen und ihren eigenen Taizé-Enthusiasmus lebendig halten.

Quelle: www.suedkurier.de vom 08.07.2008


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