Gemeinsam unterwegs auf dem „Pilgerweg des Vertrauens“

Ein wenig Abenteuerlust mussten sie schon mitbringen, die 17 Jugendlichen aus der Erzdiözese Bamberg, die sich am 29. August zusammen mit dem BDKJ-Diözesanjugendseelsorger Helmut Hetzel und der Religionslehrerin Ulrike Murr auf den Weg nach Taizé machten, um an den dortigen Jugendtreffen teilzunehmen – galt es doch, einmal auf den üblichen Komfort zu verzichten und sich auf Ungewohntes, vielleicht auch Herausforderndes einzulassen: auf einen ganz einfachen Lebensstil, auf Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen, auf die dreimal am Tag stattfindenden Gebete. Das Wagnis freilich hat sich gelohnt:

„Ich war dieses Jahr das erste Mal in Taizé und es hat mir echt sehr gut gefallen …“ (Katharina, 15). „Taizé ist für mich wie der Ort, an dem Gott wohnt. Mit Wohlwollen, Offenheit und Freundlichkeit begegnen sich die verschiedensten Menschen: junge Menschen aus der ganzen Welt, konservativ Gläubige, modern Gläubige, an gar nichts Glaubende“ (Johanna, 17). „Die Mischung aus Stille, Alleinsein und Gemeinschaft mit den unterschiedlichsten Menschen aus der ganzen Welt, die sich auf diese andere Welt einlassen wollen, macht das Besondere, Einzigartige von Taizé aus“ (Maria, 18). 

Herzstück der Treffen in Taizé sind die Gebete in der Kirche der Versöhnung, in denen viel gesungen wird und daneben Raum für die Stille bleibt: „In Taizé gehe ich viel lieber in die Kirche als in Deutschland. Es ist schön, einfach nur dazusitzen, zu singen, zu beten und nachzudenken, ohne auf so viel Text zu hören“ (Ruth, 15). „Mir hat die Stille gefallen, da kommt man zu sich selbst zurück und findet Ruhe. Die vielen Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern schaffen mit den Gesängen eine schöne Atmosphäre“ (Maria, 16). 

Darüber hinaus standen Bibeleinführungen durch Brüder der Gemeinschaft von Taizé auf dem Programm, Gespräche in kleinen Gruppen, Treffen zu verschiedenen Themen und auch die praktische Mithilfe, ohne die das Zusammenleben nicht funktioniert hätte: „1800 Jugendliche aus allen möglichen Ländern werden zusammengeführt, die keinen Durchblick haben, aber trotzdem klappt die Zusammenarbeit reibungslos“ (Natalia, 17).

Das Fazit der Woche in Taizé? „Ich bin mir sicher, dass ein Aufenthalt in Taizé den meisten Leuten auf ihrer Suche nach Gott hilft“ (Anna, 18). „Auf Taizé liegt ein gewisser Zauber und es ist sehr schwer, zu Hause zu erzählen, wie es dort ist. Da muss man schon selbst dort gewesen sein. Und fast alle Jugendlichen, die ich gefragt habe, wollen wieder nach Taizé fahren“ (Johanna, 17).

Nach der Woche in Taizé trat unsere Gruppe nicht sofort die Heimreise an, sondern schlug die Zelte für drei Tage in Dijon auf, um von dort aus das Burgund ein wenig zu erkunden. So gingen wir unseren Weg noch ein Stückchen gemeinsam weiter und nahmen dabei das mit, was wir in Taizé erlebt und erfahren hatten – unter anderem das Bewusstsein, eine Gemeinschaft zu bilden, gegenseitige Toleranz, die Bereitschaft, einander zu vertrauen und nicht zuletzt die Erfahrung, in einfach gestalteten gemeinsamen Gebeten sich selbst, den anderen Menschen und Gott ganz nahe sein zu können.

Auch zu Hause geht der von Taizé ausgehende „Pilgerweg des Vertrauens“ weiter – eine der nächsten Stationen in Bamberg wird die „Nacht der Lichter“ am 17. November um 19.30 Uhr im Dom sein, zu der alle Interessierten ganz herzlich eingeladen sind!

Ulrike Murr

Erschienen im Heinrichsblatt, Wochenzeitung der Erzdiözese Bamberg


Suche
Podcasts
Admin