Kreuzikone unterwegs an der deutsch-polnische Grenze

Sächsische Zeitung, Ende August 2009

Sächsische Zeitung, Ende August 2009

Die Kreuzikone ist nun ganz im Süden und wird langsam nach Norden weitergegeben!

Vor dem Europäischen Jugendtreffen in Posen ist eine Nachbildung der Kreuzikone von Taizé entlang der polnisch-deutschen Grenze unterwegs, um in vielen kleinen Schritten etwas von dieser Begegnung vorwegzunehmen.

Die handgemalte Nachbildung ging in den 1980er Jahren nach dem ersten Besuch von Frère Roger in der DDR von Ort zu Ort. Auch in Polen war wie in vielen anderen Ländern damals eine solche Ikone unterwegs.

Der „Pilgerweg der Kreuzikone“ ist bewusst spontan angelegt. In einem Begleitschreiben heißt es: „Bitte nehmt diese Ikone würdig auf. Sie kann für zwei, drei Tage in ihrer Kirchengemeinde, in der Kirche, im Gemeindehaus, aber auch in sozialen Einrichtungen und in Privathäusern verweilen, an je mehr Stellen desto besser. Gebt die Ikone dann bitte der nächsten Kirchengemeinde weiter.“

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und 70 Jahre nach dem Ausbruch des letzten Weltkriegs hat so ein Zeichen des Vertrauens und der Hoffnung eine tiefe Bedeutung. Die „Sächsische Zeitung“ kommentierte: „Bis zur Ostsee wechselt das Kreuz zwischen deutschen und polnischen Gemeinden und soll so eine Naht über die Wunde des Zweiten Weltkrieges legen. Die Symbolik ist kraftvoll und soll einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten. Die Fäden sind die durch die Weitergabe zwischen deutschen und polnischen Gemeinden geknüpften Beziehungen.“

Die Kreuzikone war zunächst von Berlin aus in Frankfurt/Oder und setzte dann ihren Weg im Dreiländereck um Zittau fort. Von Zeit zu Zeit ist sie auch bei größeren Gebeten dabei. Die Kirchen der Stadtökumene Zittau luden zu einer ökumenischen Andacht unter dem Kreuz ein. Dabei wurden Fürbitten und Gebete als „Flaschenpost“ dem Grenzfluss Neiße übergeben. Die Kreuzikone stand geschmückt in der Kirche.

Schon vorher waren die Gemeinden beiderseits der Grenze für die nächsten Stationen verständigt worden. Zunächst ging die Ikone nach Hradek nad Nisou (Grottau) in der Tschechischen Republik, dann ins polnische Porajow (Großporitsch). Der Weg Richtung Norden führt anschließend nach Görlitz/Zgorzelec und über Cottbus und Guben/Gubin weiter. Viele Jugendliche, bei denen das Kreuz Station macht, waren im Sommer in Taizé und werden sich am Jahreswechsel in Posen wiedersehen.


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