Wie mir während einer ganzen Messe der Rücken gerieben wurde

Wir sind zu sechst in einer Familie der kleinen Gemeinde „Aporka“, eine Stunde vor Budapest, untergekommen und waren besser aufgehoben, als wir es uns je erträumt hätten Attention Am wichtigsten war für mich zu lernen, daß man „einfach annehmen“ kann. Die Familie, in der wir gewohnt haben, gehörte sicher zu den reicheren im Dorf, hatte aber auch nicht alles. Dennoch haben sie in all den Tagen versucht, uns eine schöne Zeit zu machen und uns mehr zu geben, als sie selbst in ihrem Alltag zur Verfügung haben. 

Am ersten Abend haben wir lange darüber nachgedacht, ob wir ein schlechtes Gewissen haben sollen, denn sie haben zu unseren Gunsten auf vieles verzichten müssen. Aber dann haben wir beschlossen einfach anzunehmen, was sie uns geben und schenken, und ihnen zu geben was wir geben können. Und so haben wir unvergeßliche Tage in einer wundervollen Gemeinschaft erlebt – ein perfekter Jahresabschluß und ein guter Anfang in ein neues Jahr.

Was haben wir empfangen Question Mark Gastfreundschaft in unglaublichem Maße! Wenn wir abends müde aus unserem Bus ausstiegen, hatten einige Frauen stets etwas Gutes zu essen für uns hergerichtet, morgens stand unsere „Gastmutter“ eine Stunde vor uns auf, um uns Frühstück zu machen und für den Tag bekamen wir immer ein grandioses Picknick mit auf den Weg. Alle haben versucht, uns ihr Bestes zu geben und zu schenken Attention

Am Sonntag haben wir gemeinsam die Messe in der kleinen Dorfkirche gefeiert, die weder Fensterscheiben noch Heizung hatte (unser Morgengebet war deshalb immer in der Schulturnhalle gewesen). Ich war noch nie in einer kälteren, aber auch wundervolleren Kirche als dieser! Hinter mir saß eine sehr alte Frau, die mir die ganze Messe über den Rücken gerieben hat, weil sie dachte, daß ich so friere; und für die Kollekte hat sie mir etwas von ihrem Geld in die Hand gedrückt. 

Genau wie dieser Gottesdienst war jeder Tag in Budapest: An einem der Abende wollten wir aus der Stadt zum Messegelände Hungexpo zurück. Aber unsere Metro-Station war wegen Überfüllung gesperrt… Ein alter Mann, der nur sehr wenig Deutsch konnte, konnte uns den Weg bis zur nächsten Haltestelle nicht erklären und so ist er einfach mit uns gegangen und hat uns den Weg gezeigt.

Unser Silvesterfest war eine unglaubliche Feier mit viel, viel Essen, einem wundervollen nächtlichen Gebet, Wunderkerzen und einem fantastischen Straßenfest mit Tanz und Glühwein! Welch Fest der Freude Attention Attention Attention

Was konnten wir geben? Bestimmt hat unsere Anwesenheit Leben und Freude in die kleine Gemeinde gebracht. Wir alle haben, genau wie unsere Gastgeber, das gegeben, was wir hatten, was wir geben konnten: Freude, Dankbarkeit, Musik, Spiele, Lachen, Gebete…

So viele Eindrücke die in mir leben kommen während des Schreibens wieder lebendig in mir auf, es gibt so viel zu erzählen und zu berichten. Aber das alles paßt in keine E-Mail. Und ich habe auch noch Fotos. Ich werde immer mal wieder nach Taizé kommen Attention Wenn Ihr auch da seid Wink , können wir ja weiterreden…

Teresa, Köln


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