Überströmende Herzlichkeit
Überströmende Herzlichkeit
Europäisches Taizé-Jugendtreffen zum Jahreswechsel in Lissabon
Einen Hauch vom Mitteleuropäischen Katholikentag erlebten jene steirischen Jugendlichen, die sich vom 28. Dezember bis 3. Jänner zum Europäischen Taizé-Jugendtreffen nach Lissabon aufmachten: auf der Reise, die in Zusammenarbeit von Katholischer Jugend Steiermark und Katholischer Jugend Österreich organisiert wurde, nahmen neben den Österreichern auch Jugendliche aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien teil. Vor allem aufgrund der am Mitteleuropäischen Katholikentag geknüpften Kontakte konnte diese Internationalität zustande kommen.
Was die Jugendlichen in Lissabon erwartete, lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: die überströmende Herzlichkeit der portugiesischen Gastgeber. In den Pfarren, die in mühevoller Vorbereitung Unterkünfte für die knapp 40.000 teilnehmenden Jugendlichen organisiert hatten; im Gelände der Weltausstellung 1998, in dem die gemeinsamen Mittags- und Abendgebete unkompliziert stattfinden konnten; in den einzelnen Familien, die Jugendliche bei sich aufnahmen und verpflegten: die Erwartungen von Gastfreundschaft wurden fast durchwegs übertroffen.
Die Veranstalter, die ökumenische Brüdergemeinschaft von Taizé, betonten – vielleicht deutlicher als bisher – den Sinn dieser Treffen: es gehe nicht darum, dass Jugendliche für eine Woche von der Welt fliehen, sondern um den konkreten Austausch, das Gespräch der Jugendlichen über ihre Lebenswirklichkeiten – im Licht des Evangeliums. Da raus soll ihnen die Kraft, sollen neue Ideen erwachsen, wie sie zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Schule, der Pfarre ein Stück des Evangeliums leben können.
Eine portugiesische Jugendliche brachte die Botschaft vielleicht auf den Punkt: sie habe selten derart intensive Gespräche und gute Gebete wie in ihrer Gruppe erlebt; von dieser Gruppe wird sie zwar nie wieder hören, sie weiß aber: ihr Platz ist ihr Freundeskreis daheim, um das weiter wirken zu lassen, was sie am Taizé-Treffen kennen gelernt hat.
Autor: Walter Schwamberger – Sonntagsblatt für Steiermark Ausgabe Nr.: 05-02
