Gemeinsam still werden, beten, singen…
“Im Vergleich mit anderen Treffen steht hier das eigene Still-Werden im Vordergrund”, meint Ingeborg, eine junge steirische Teilnehmerin am diesjaehrigen Treffen in Mailand. Es gehe weniger darum, dass etwas Grosses praesentiert wird, wirklich gross sei es, dass so viele Jugendliche aus ganz Europa zusammen kommen und gemeinsam still werden, beten, singen, ueber Handlungsmoeglichkeiten in ihren konkreten Situationen zu Hause nachdenken.
Ebenso genial, erzaehlt Johanna, eine Jugendliche der gleichen Gruppe, sei die herzliche Aufnahme in Mailand: sie und ihre Gruppe etwa seien von den Gasteltern bei ihrer Ankunft schon bei der Strassenbahnhaltestelle abgeholt, waehrend des Aufenthalts rundum versorgt und von ihrer “Mamma” (diese Bezeichnung zeigt wohl am deutlichsten, wie intensiv die Aufnahme war) am letzten Tag wieder zum Abfahrtsort gebracht worden.
Dioezesanjugendseelsorger Ewald Mussi, der Verantwortliche der Gruppe der Katholischen Jugend Steiermark berichtet, wie wichtig diese “Rundumversorgung” fuer seine Gruppe tatsaechlich war: die Fahrt war fuer Jugendliche mit und ohne Behinderung ausgelegt – und um mit drei RollstuhlfahrerInnen vom einen Ende Mailands zum anderen zu kommen, war man darauf angewiesen, dass alle mithelfen: die Jugendlichen in der Gruppe ebenso wie die Gasteltern und die gastgebenden Pfarren – rollstuhlgerechte Ausstattung sei ja in Mailand noch Mangelware. Fuer die Gruppe der Katholischen Jugend zeigte sich ein weiteres Mal, wie sehr die integrativen Reisen die Jugendlichen zusammen schweissen: irgendwie war jeder mitverantwortlich fuer die Gruppe.
Einer der Jugendlichen, selbst Rollstuhlfahrer, beklagt zwar, dass er oft nur mit einer Begleitperson (und nicht mit der gesamten Gruppe) die behindertengerechten Einrichtungen nutzen konnte. In der Gruppe fuehlt er sich jedoch absolut wohl: “Was bei uns geschieht, ist gelebte Integration”.
Fuer kommenden Sommer, erzaehlt Ewald Mussi, plant die Katholische Jugend Steiermark eine weitere Fahrt nach Taizé.
