Erasmus von Rotterdam

Ihr fragt, was mir zu Rotterdam einfällt?
Mir fällt da Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536) ein, der Humanist und Übersetzer des Neuen Testaments! Es würde sich sehr lohnen, sich auch beim Jugendtreffen mit diesem Mann zu beschäftigen. Hier ein paar Stichpunkte zu ihm:

* stammt aus der Nähe von Rotterdam, wollte aber ein echter Kosmopolit sein, was zu seiner Zeit hieß: ein Europäer.
* ein Mensch, der die Freiheit liebte und suchte, und sie im Glauben an Jesus Christus fand.
* die persönliche Begegnung und Beziehung mit Christus, vermittelt durch das Evangelium, wollte er allen Menschen ermöglichen, nicht nur wenigen “privilegierten” Experten. Darum übersetzte er die Vulgata neu aus dem griech. Urtext und “reinigte” sie dabei von Übersetzungsfehlern und anderen Ungenauigkeiten, und setzte sich für die Übersetzung der Bibel in die Landessprachen ein. Luther nutzte den Erasmus-Text für seine Übertragung ins Deutsche….
* Erasmus trat für eine friedliche Reform der politischen und kirchlichen Missstände seiner Zeit ein (die waren enorm!), war zugleich ein scharfer, unbestechlicher Kritiker von Papst und Kirche – und lehnte zugleich die Spaltung der Kirche in Konfessionen ab, trat für die Einheit der Kirche ein.

* hatte viel Humor und Witz (“Lob der Torheit”, genoss das Leben und war ein geselliger Mensch.
* Schattenseiten: u.a. war er judenfeindlich, obwohl er sonst sehr für Toleranz und Mäßigung eintrat – ein echter Widerspruch, auch wenn er damit in “guter Gesellschaft” war, denn auch Luther war ja judenfeindlich…

Also – eine faszinierende aber auch widersprüchliche Persönlichkeit. Biographien über ihn sind zahlreich erschienen. Ich selber arbeite derzeit an einer wissenschaftlichen Arbeit zu den politischen Schriften von Erasmus.

Ich hoffe, Euch damit eine kleine Anregung gegeben zu haben.

Dieter Müller


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