Auf der Suche nach Werten, Glück und Frieden
Paris” ist längst vorüber, aber immer noch lesenswert (eine Reaktion, die gleich danach eintraf, von Ursula aus dem Saarland):
Das Europäische Treffen hat uns allen wahnsinnig gut gefallen, wir sind richtig begeistert
Und jetzt muß ich noch eine richtig tolle Geschichte schreiben:
Heute abend bin ich um sechs Uhr zur Abendmesse gefahren, weil ich einfach noch einmal danke sagen wollte für die wunderschönen Tage und die guten Erfahrungen während des Jugendtreffens. Als ich nach der Messe im Auto nach Hause gefahren bin, habe ich dann im Radio zum ersten Mal wieder die Nachrichten gehört, und das hat mir so richtig die Stimmung verhagelt.
Ich konnte es kaum fassen, das einzige, was die über Paris gesagt haben, war, daß es dort wieder Krawalle von einigen Jugendlichen gegeben hätte, und daß dabei fünf Autos in Flammen aufgegangen wären. Insgesamt wären die Ausschreitungen aber nicht so schlimm gewesen wie im letzten Jahr… Das Europäische Treffen dagegen wurde noch nicht einmal erwähnt

Als ich nach Hause kam, hab ich dann meinen Papa von meinem Ärger erzählt, und der hat dann die Idee gehabt, einfach mal beim Rundfunk anzurufen, und den Redakteur zu fragen, ob er diese Art Berichterstattung nicht ein wenig einseitig fände. Gesagt getan, ich hab dann wirklich dort angerufen und innerhalb von wenigen Minuten den “richtigen Mann” am Telefon gehabt.
Eigentlich dachte ich, er würde mein Anliegen direkt abwimmeln, aber ganz im Gegenteil: Er hat meine Vorwürfe 100% ernst genommen, und mir sofort recht gegeben und sich sogar entschuldigt
Ich habe ihm einfach mal beschrieben, was das für ein Gefühl ist, wenn man hoch begeistert und voller guter Eindrücke von so einem Treffen nach Hause kommt und dann übers Radio erfährt, daß in der Stadt, die man gerade voller Dankbarkeit verlassen hat, an Silvester nichts los war, außer daß fünf Autos in Flammen aufgegangen sind

Darüber hinaus zeigte sich der Redakteur dann noch sehr interessiert, und hat mich gefragt, wie unsere Fahrt organisiert war, wie viele aus unserer Gegend in Paris fahren, warum wir überhaupt dorthin gefahren sind, wie alt ich bin und und und. Insgesamt haben wir über 20 Minuten telefoniert, unter anderem habe ich ihm auch erzählt, daß diese große Treffen schon lange vorher inhaltlich vorbereitet werden, damit sie keine Strohfeuer darstellen usw.
Viele Dinge waren ihm vollkommen neu, und er hat sich meine Telefonnummer geben lassen, weil sie evtl. einmal einen etwas größeren Bericht über Taizé senden wollen! Tja, und die 20 Uhr Nachrichten haben sich dann – oh Wunder – schon gleich ganz anders angehört, die Titelschlagzeile (
) lautete: “80000 Jugendliche aus ganz Europa beginnen das Neue Jahr beim Taizé-Jugendtreffen mit einem Fest der Nationen”. Ich war wirklich überrascht und begeistert über diese prompte Reaktion…
Und Michael aus Donaueschingen schreibt:
Wir sind wohlbehalten zu Hause angekommen und waren nur etwas müde, aber sehr glücklich über das, was wir in der Gemeinde erlebt hatten und gingen wieder gestärkt an die Arbeit zurück. Kaum war ich zuhause, kamen auch schon mehrere Anrufe von der Erzdiözese, die mich für einen Artikel für das Bistumsblatt brauchte und ich habe ein bißchen etwas geschrieben
Auch in allen Tageszeitungen hier wird darüber berichtet, immerhin über 50 Zeilen
Ich fand das Treffen toll und ich werde nächstes Jahr wieder teilnehmen, ganz egal was passiert.
Und aus Erfurt schreibt ein Jugendpfarrer:
Wir sind wieder gut zu Hause gelandet. Das Treffen hat uns sehr gut getan, auch wenn es anstrengend war. Die Stimmung unter den Jugendlichen war ausnahmslos positiv. Für einige war das Treffen der erste Kontakt mit Taizé. Der ersten Anfragen kamen schon im Bus, “wann fahrt Ihr von der Evangelischen Jugend nach Taizé, ich möchte mitkommen.” Das Treffen ist ein unglaublicher Einsatz und ein riesiges Vertrauen, das nicht nur dem geheimnisvollen Gott entgegengebracht wird (dass er mit seinem Geist auch unter 100 000 Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens wirkt), sondern auch jedem einzelnen von uns Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Erfahrung, dass einem vertraut wird, ist eine wichtige Erfahrung, vor allem für Jugendliche.
Und Andrea, die in München in der Jugendarbeit engagiert ist:
Beim Treffen der Deutschen in Paris hat mir eine Jugendliche aus Wien gesagt: „Ich habe ein bischen befürchtet, dass die alle hier so heilig sind. Das ist aber überhaupt nicht so!“ Sie und ihre Freundinnen haben das erste mal an einem Europäischen Treffen teilgenommen. Für mich war diese Aussage wichtig, weil genau dieselbe Befürchtung kürzlich eine Schülerin in einer Schulklasse äußerte, denen ich vom Treffen in Paris erzählt habe. Ich werde diese Klasse nochmal besuchen und erzählen wie´s war….
Ich finde diese Aussage aber auch deshalb so bezeichnend, weil ich selbst das Treffen und die Gebete von Taizé schon sehr heilig finde und denke, dass die Spiritualität sehr in die Tiefe geht, also auf keinen Fall oberflächlich ist. Schön ist, dass die Jugendlichen diese Form von Spiritualität annehmen können, sie sie nicht als „heilig“ im negativen Sinne empfinden, sondern sich bei den Gebeten einlassen können und Gefallen daran finden.
Bei den Treffen von Taizé merkt man, dass die jungen Menschen sehr wohl auf der Suche sind nach Werten, nach Glück und Frieden. Mit aufrichtigem Engagement und mit den Menschen annehmender und liebender Spiritualität, werden die Herzen der Menschen erreicht, wird ein Zeichen für Frieden und Vertrauen aus dem Glauben gesetzt und damit diese Botschaft gerade unter die jungen Menschen ausgesät. Für alle, die auf der Suche sind, besonders solche, die sich mit der Kirche schwer tun, ist Taizé eine Chance.
Aus Leipzig waren eine ganze Menge mit der Dekanatsjugend beim Europäischen Jugendtreffen in Paris, von Klein-Paris (Goethe über Leipzig) zur großen Schwester. Artikel und Fotos (es lohnt sich sehr): Dekanatsjugend-Leipzig.de
