An Menschen denken, deren Namen ich weiß
„Es bedeutet mir besonders viel, Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen zu treffen, mit ihnen Zeit zu verbringen. Ich glaube, daß man in der außergewöhnlichen Atmosphäre des Jugendtreffens einander viel näher kommt, als man es sonst in so kurzer Zeit tun würde. Viele Menschen sind aufgebrochen, um anderen zu begegnen, deshalb werden sie sicher bereit sein, mehr von sich preiszugeben als in ihrem Alltag.“
„Ich würde gerne Jugendliche aus Gegenden treffen, die mir in meinem Alltag fremd sind. Ich glaube, daß viele Informationen, die wir bekommen, gefiltert sind. Ich würde gerne, wenn ich später über ein Land nachdenke, mich nicht an allgemeines Wissen halten, sondern an Menschen denken, deren Namen ich weiß und die mir aus ihrem Leben berichtet haben.“
„Die Gebete bedeuten mir besonders viel, aber was die Treffen im wesentlichen für mich auszeichnet, ist die Begegnung mit anderen Jugendlichen. Während der letzten Treffen in Taizé habe ich viele Rumänen und Russen kennen gelernt. Ich hoffe, daß ich diese Kontakte während des Jugendtreffens in Hamburg vertiefen kann. Andererseits bin ich für alle Leute offen, wen auch immer ich dieses Mal treffe. Man kann von so vielen Menschen lernen, wenn man nur bereit ist Ihnen zuzuhören. Ich glaube, daß besonders die Jugendlichen aus dem Osten noch ganz anders motiviert sind. In Deutschland müssen wir uns über so wenige Dinge Gedanken machen, ich habe das Gefühl als wären wir sehr gesättigt und träge. Ich hoffe, daß der Austausch einige Menschen in Hamburg wieder ein wenig wachrütteln wird.“
„Den Menschen, die nach Hamburg kommen, möchte ich unsere Stadt näher bringen und unser Land. Vielleicht können wir mit ein paar Dingen aufräumen, die man über Deutsche anderswo in Europa erzählt. Ich würde gerne einen guten Eindruck hinterlassen. Vielleicht erwartet die Jugendlichen nicht das allerbeste Wetter, und die Gesichter werden ein wenig verschlossener sein, als wenn man vielleicht im Sommer zu Besuch käme. Ich bin gespannt von den Jugendlichen, die kommen, zu erfahren, was sie über unsere Stadt denken. Wenn man an einem Ort schon lange gelebt hat, ist es interessant, ihn mal mit neuen Augen sehen zu können. Ich würde mich besonders freuen, Menschen aus Lettland, Estland und Litauen kennen zu lernen, weil mir zu diesen Ländern bis jetzt der Bezug fehlt. Ich würde mir wünschen, daß auch Jugendlichen anderer Kulturen, die schon längere Zeit in Hamburg leben, an dem Treffen teilnehmen, weil wir so wenig voneinander wissen.“
„Da ich bei den letzten vier Treffen dabei gewesen bin, war ich glücklich zu hören, daß das Jahrestreffen dieses Jahr in Deutschland stattfinden soll. Von den Familien, bei denen ich untergebracht war, bin jedes mal ganz herzlich empfangen worden. Ich möchte zeigen, daß auch wir in Deutschland gute Gastgeber sein können, und ein wenig von der Wärme an die Jugendlichen zurückgeben. Ich glaube, daß die Stimmung sehr besonders sein wird. Wir haben alle etwas Gemeinsames, woher wir auch kommen, unseren Glauben. Ich hoffe, daß das Treffen zu mehr Toleranz in Hamburg beitragen wird, daß die Menschen die aus allen Ländern in den Norden reisen, dadurch ein Zeichen setzen. Gemeinsames Leben ist auch mit den größten Gegensätzen möglich. Bestimmt werden einige andere Jugendliche neugierig werden, warum sich so viele Menschen auf den Weg nach Hamburg gemacht haben. Ich hoffe, daß die Kirche das gesteigerte Interesse wahrnehmen und Türen öffnen kann.“
„Das Treffen findet dieses Jahr so weit im Norden statt. Ich hoffe, daß sich trotzdem viele Jugendliche aus dem Süden auf den Weg dahin machen, weil sie mit ihrem sonnigeren Gemüt doch immer wesentlich zu der besonderen Stimmung beitragen, die die Treffen ausmacht. Die Offenheit, mit der Jugendliche einander auf den Jahrestreffen begegnen, begeistert mich und gibt mir die Kraft diese Einstellung auch Zuhause in das neue Jahr hineinzutragen.“
„Ich komme aus dem Osten Deutschlands und habe zwei Systeme erlebt. Ich habe festgestellt, daß es viele verschiedene Wahrheiten auf der Welt gibt, und daß man auch mit den unterschiedlichsten Wahrheiten durchaus glücklich leben kann. Ich glaube, daß diese Erfahrung etwas ist, was wir als Deutsche an andere Menschen weitergeben können. Ich freue mich, Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen und von ihrem Leben zu erfahren. Ich glaube, wenn man Fremden von seinem eigenen Leben berichtet, stellt man es ganz anders in Frage, als wenn man alleine darüber nachdenkt.“
