„Toll, Deutschland lädt ein!“

örg, Niedersachsen: Als ich hörte, daß die nächste Etappe des „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ dieses Jahr in Hamburg stattfinden wird, war mein erster Gedanke: „Toll, Deutschland lädt ein!“ Und im nächsten Moment kam auch gleich die Frage: „Ob wir das wohl hinkriegen?“ Aber ich glaube, wenn jeder offen auf den anderen zugeht, kann es eigentlich nur klappen. Ich denke, die Jugendlichen die aus den verschiedenen europäischen und auch aus anderen Ländern nach Deutschland kommen, lernen ein Land kennen, das geprägt ist von einem „großen Suchen“ – nicht nur ein Suchen nach Arbeit, sondern auch nach Orientierung, nach Halt in den vielen Umwälzungen, die gerade stattfinden.

Stefan, Bayern: Hamburg mit seinem großen Hafen ist ja sozusagen eine „ständige Einladung“ – dieses Mal eben an Jugendliche aus der ganzen Welt. Deutschland arbeitet noch immer am Zusammenwachsen von Ost und West. Obwohl wir schon lange ein vereintes Land sind, gibt es noch viele Probleme und Fragen, mit denen wir weiterkommen müssen. Die Kirche hat hier in meinen Augen die wichtige Aufgabe, Wege mitzugehen oder viel mehr noch, aufzuzeigen, auf denen Versöhnung stattfinden kann. 

Martina, Augsburg: Ich finde es spannend, daß das nächste Treffen gerade in Hamburg stattfindet, da es ein Bistum ist, in dem sehr viel „Bewegung“ steckt. Es gibt dort schon viele Anstrengungen, Ökumene zu leben, die für andere Gemeinden in Deutschland und darüber hinaus zu einem Beispiel werden könnten. Durch das Treffen in Hamburg gibt es bestimmt wieder neue Impulse, die helfen können, auf dem Weg der Annäherung weiterzumachen. Andererseits gibt es dort auch viele Menschen, die sich – wie in vielen anderen Orten – in ihrem Glauben sehr allein fühlen. Für sie alle können die Tausenden von Jugendlichen, die in den Tagen des Treffens gemeinsam beten und ihren Glauben leben, ein sichtbares Zeichen der Hoffnung sein. 

Für viele der kleinen Gemeinden stellt das Treffen während der Vorbereitung und ebenso während der Tage, in denen dann alle zusammen sind, sicher eine Herausforderung dar. Gastgeber sein? Und dann auch noch in verschiedenen Sprachen? Und gleich für so viele Jugendliche? Vielleicht nicht gerade die Stärke von uns Deutschen… Aber Gastfreundschaft ist nicht in erster Linie eine Frage der Organisation, sondern eine innere Einstellung und deshalb an keine Nationalität gebunden.

Theresa, Marktoberdorf: Das Treffen in Hamburg sehe ich als große Chance für die Gesellschaft und die Kirche in Deutschland, um sowohl in der deutschen, als auch bei der europäischen Annäherung neue Schritte zu wagen. Ich freue mich besonders darauf, Jugendliche aus den östlichen Ländern Europas zu treffen, weil ich kaum jemanden kenne, der dorther kommt und es mich sehr interessiert, wie sie den europäischen Einigungsprozeß und die damit verbundenen Fragen sehen. Und letztlich ist so ein Treffen immer eine sehr persönliche Erfahrung mit mir selbst, mit anderen Menschen aus vielen Ländern und vor allem auch mit Gott. Den Glauben leben mitten im Tumult und Betrieb einer Großstadt und noch dazu zu so vielen – das ist schon ein ganz besonderes Erlebnis.


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