„Merci beaucoup“ – „Muchas Gracias“ – „Thank you very much“ – „Vielen Dank“
Impressionen vom Europäischen Jugendtreffen 2008 / 2009 in Brüssel
„Merci beaucoup“ – „Muchas Gracias“ – „Thank you very much“ – „Vielen Dank“ und geschätzte 100 andere Sprachen konnte man vernehmen, wenn man in der Brüsseler Essensschlange für das Abendessen anstand und gerade eine Dose aufgewärmte Ravioli, eine Flasche Wasser, vier Mini-Donuts, einen Joghurt und zwei Mandarinen entgegennahm.
Was machen so viele Sprachen und eine Essensschlange ausgerechnet in Brüssel??? 6 Wörter erläutern dies à „Europäisches Jugendtreffen 2008 / 2009 in Brüssel“ Das von Taizé aus organisierte Treffen, welches nun schon zum 31. Mal stattfand ( jeweils in verschiedenen Städten Europas ), durfte nun vom 29. Dezember 2008 bis zum 2. Januar 2009 in Brüssel stattfinden.
Über 40. 000 Jugendliche aus der ganzen Welt nahmen am „Pilgerweg des Vertrauens“ teil, mit verschiedenen Vorstellungen, Zielen oder Fragen. Dieser „Pilgerweg des Vertrauens“ machte es uns Jugendlichen möglich, Brüssel von einer ganz anderen Seite kennenzulernen, als als Tourist bewaffnet mit Kamera und Rucksack von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hastend. Wir sollten Brüssel als eine immens gastfreundliche Stadt kennenlernen ( 97% der Teilnehmer wurde von herzlichen Gastfamilien in ganz Brüssel aufgenommen während dieser Tage).
Jeder Tag begann um 8:30 Uhr mit einem Morgengebet à la Taizé (schlichtes, einladendes Gebet mit viel Gesang), vorbereitet von den verschiedenen Gastgemeinden. Dann traf man sich in seiner bunt durch die Nationen zusammengewürfelten Gesprächsgruppe um sich dort über verschiedene Fragen und Themen zu unterhalten und auszutauschen. Danach gab es Mittagessen für alle 40.000 Teilnehmer in der Brüsseler Innenstadt in den großen Messehallen 1 und 3, direkt gegenüber vom Atomium. Dort bekam man reichlich zu essen, suchte sich ein Plätzchen am Boden und aß vergnügt seine Mahlzeit. Fertig mit dem Essen begab man sich dann in einem bunten Zug von Menschen zu den Messehallen 7, 11 oder 12 ( je nach Sprache ) um an dem Mittagsgebet mit den Brüdern von Taizé teilzunehmen. Anschließend gab es ein breitgefächertes Programm mit den verschiedensten Workshops, organisiert von der Stadt Brüssel, z. B. Nachdenken und Gespräch mit dem Vizepräsident der Europäischen Kommission,
Jacques Barrot, und einem Vertreter des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses über das Thema „Europa, Wertegemeinschaft, gastfreundliche Gemeinschaft“ oder „Die Europäische Union und die junge Generation“: Überlegungen und Gespräch mit Europa-Kommissar Ján Figel und Erzbischof Adrianus van Luyn, Beauftragter für die Beziehungen mit der Europäischen Union (COMECE). Auch gab es z. B. das Angebot, Weltmusik von Chören christlicher Kirchengemeinden (aus Kongo, Lateinamerika, Roma) in Brüssel anzuhören oder einfach nur einen kleinen Rundgang durch die Brüsseler Altstadt zu unternehmen. Für jeden Geschmack war etwas dabei.
Gegen 17 Uhr bewegte man sich wieder in Richtung Messehallen, da es um 17:30 Uhr Abendessen gab und um 19 Uhr fand das Abendgebet mit den Brüdern aus Taizé und manchmal prominentem Besuch statt, wie die Königin von Brüssel und Kardinal Godfried Danneels. Wenn das Gebet offiziell zu Ende war, machte man sich auf in die total überfüllte Metro, die Tram, den Bus oder den Zug, um in seine Gastgemeinde zu kommen.
Am Tag des Jahreswechsels bildete das „Fest der Nationen“ den Höhepunkt, bei dem alle in ihren Gastgemeinden versuchten, wenigstens ein bisschen von ihrer Kultur und ihrem Herkunftsland in Liedern, Tänzen oder kleinen Spielen vorzustellen. Es war eine tolle Erfahrung für alle Teilnehmer und es ist unglaublich, wie viel zu Stande kommen kann, wenn alle mithelfen: Angefangen bei den Sicherheitsbeamten in der Metro, die aufpassten, dass niemand aus Versehen aufs Gleis fiel oder die manchem orientierungslos dreinschauenden Jugendlichen sofort ihre Hilfe anboten, über die katholischen, evangelischen und sogar orthodoxen Gastgemeinden, bis hin zu den Familien und einzelnen Menschen, die Jugendliche bei sich zu Hause aufgenommen haben und ihnen einen Schlafplatz geboten haben nach dem Motto der Taizé – Brüder à 2m2 = 1 Jugendlicher (reicht für einen Schlafsack) ).
Was ist der Sinn dieser Europäischen Jugendtreffen, werden sich manche fragen. Sich einander auch in schwierigen Zeiten zu begegnen und verstehen zu lernen. Zu lernen, ein friedvolles Miteinander leben zu können und zu sehen, dass dies auch zwischen verschiedenen Kirchen und Kulturen möglich ist! Bestimmt trägt es auch enorm dazu bei, viele Vorurteile abzubauen.
Die ca. 9000 polnischen Teilnehmer bildeten die größte Gruppe auf dem Treffen. Umso lauter war ihr Jubel, als Frère Alois, der Prior der Communauté in Taizé und Nachfolger Frère Rogers, verkündete, dass das nächste Europäische Treffen in Posen / Polen stattfinden wird. Auf dass der „Pilgerweg des Vertrauens“ weitergeht und auf dass wir in Posen genauso herzlich und gastfreundlich aufgenommen werden, wie in Brüssel…
Ana Maria, Freising
